(Hör -) Buch Nummer 13
Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin (Audible Guthaben)
›Berlin Alexanderplatz‹ gehört neben dem ›Ulysses‹ von James Joyce und ›Manhattan Transfer‹ von John Dos Passos zu den bedeutendsten Großstadtromanen der Weltliteratur. Erstmals 1929 im S. Fischer Verlag erschienen, erzählt der Roman die bewegende Geschichte des Franz Biberkopf, der nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in einen Strudel aus Verrat und Verbrechen gerät. Darüber hinaus aber erzählt der Roman auch vom Berlin der zwanziger Jahre und findet zum ersten Mal in der deutschen Literatur eine eigene, ganz neue Sprache für das Tempo der Stadt.
Ich habe das Hörbuch im Rahmen eines "2 für 1" Guthaben erworben, zusammen mit der genialen Freundin. Ein Klassiker, den ich schon immer mal lesen wollte.
Es hat mich sehr an Hans Fallada erinnert, von dem ich nur "Kleiner Mann, was nun?" gelesen hatte. Auch hier ist das Berlin der 20er und 30er präsent, mit Franz Biberkopf als Hauptfigur.
Im Hörbuch kommt der Berliner Dialekt, die "Berliner Schnauze" eindrucksvoll rüber, was es wirklich sehr authentisch macht. Aber sowohl der Dialekt als auch das Verhalten sind für mich so fremd und nicht nachvollziehbar

Es ist irgendwie absurd, wie die Charaktere handeln und wie es scheinbar ausreicht, dass man 2x mit einer Frau spazieren geht und plötzlich ist sie in einen verliebt

Aber man muss die Figuren ja nicht sympathisch finden, um den Wert des Buches und seinen Inhalt anzuerkennen. Als Charakterstudie und Einblick ins Berliner Leben wirklich Klasse. Mir hat es wie bei Fallada gut gefallen, in diese Periode einzutauchen, die aufkeimenden, radikalen Kräfte und das (noch) aktive jüdische Leben zu beobachten, auch wenn es da bei Döblin nicht aktiv drum geht.
Literarisch sehr interessant, mit verschiedenen Dialogen, verschiedene Ebenen mit dem Vorlesen von Reklamen und Zeitungsannouncen und den Diskussionen mit dem Tod oder dem Schnaps.
Zurecht ein großer, bekannter Roman und als Hörbuch trifft er nochmal mehr den Flair der Stadt.