Buch Nummer 12
Austerlitz von W. G. Sebald
Jacques Austerlitz heißt der rätselhafte Fremde, den der Erzähler einst in einer dunklen Bahnhofshalle kennen lernte. Als der Zufall die beiden Männer wieder zusammenführt, enthüllt sich Schritt für Schritt die Lebensgeschichte dieses schwermütigen Wanderers. Austerlitz, der seit vielen Jahren in London lebt, ist kein Engländer. In den vierziger Jahren ist er als jüdisches Flüchtlingskind nach Wales gekommen. Der Junge wächst bei einem Prediger und seiner Frau heran, und als er nach vielen Jahren seine wahre Herkunft erfährt, weiß er, warum er sich als Fremder unter den Menschen fühlt. W. G. Sebald verfolgt in seinem Roman die Geschichte eines Entwurzelten, der keine Heimat mehr finden kann.
Hochgelobt und taucht auf einigen Empfehlungslisten auf, daher war ich froh, dass wir es im Lesekreis angepeilt hatten. Allerdings war ich schon kurze Zeit recht enttäuscht, da ich überhaupt nicht ins Buch reingefunden habe. Das Buch stellt gewisse Forderungen an den Leser und hat sehr eigenwillige Eigenheiten. So gibt es quasi keine Kapitel (das ganze Buch hat 3) und quasi keine Absätze. Zwischendurch ist es unterbrochen von etlichen Bildern, die aber auch keine Absätze oder Abschnitte bilden.
Der Einstieg ging viel um Architektur und war recht spannend und ungewöhnlich, allerdings ging es dann sehr viel um Austerlitz' Jugend und es war nicht so richtig klar, wohin die Reise gehen soll.
Sprachlich ein sehr starkes Werk. Die Sätze sind klug formuliert und einige der Wörter waren mir neu bzw werden sehr selten verwendet. Aber die Länge der Sätze war einfach anstrengend in diesem setting ohne Kapitel und Absätze, sodass es für mich beim Lesen so vorkam, als sei es ein Strom an Gedanken, ohne Anfang und Ende. Nervig fand ich die indirekte Rede mit "sagte Vera, sagte Austerlitz...". Das kam einige Male vor.
Inhaltlich war das Thema der Entwurzelung und Identitätslosigkeit spannend, aber irgendwie auch etwas farblos und man hat nicht richtig zu den Charakteren und der Handlung gefunden.
Ich bin aber sicherlich literarisch auch einfach zu ungebildet, denn es gibt ja genug, die sich bei dem Buch überschlagen vor Begeisterung

für den Leser, der zum Spaß lesen will, vielleicht nicht unbedingt das beste Buch. Ich werde jetzt nochmal ein paar Kommentare und Artikel dazu lesen, aber einige Bilder und Interpretationen sind mir einfach beim Lesen nicht aufgefallen.