ARRG hat geschrieben: zum Beitrag navigieren7. Okt 2026, 07:55 Depressionen nach dem Absetzen kann ich bestätigen und ist auch total logisch mMn. Ein Faktor ist sicher der akute Testosteronmangel, der durchaus Wesensverändernd sein kann. Testo wirkt ja nicht nur physiologisch bzgl Muskelaufbau und Stimulation von Neurotransmittern wie Dopamin. Auch psychologisch gibt es enorme Effekte.
Testo ist die Essenz von Männlichkeit, also Durchsetzungsfähigkeit, Entschlossenheit, der Wille Widerstände zu überwinden, Selbstbehauptung. Dazu kommt natürlich noch die Auswirkung aufs Training.
Auf Stoff zu trainieren ist was ganz anderes als Natural und vor allem mit 0 Testo nach dem Absetzen. On fühlt man sich stark, hat einen abartigen Pump, krassen Drive. Geht man off bricht die Kraft ein, der Pump ist kaum noch vorhanden, man hat weniger Energie, usw. Etwas das man geliebt hat, das Training, fühlt sich plötzlich nicht mehr ansatzweise so gut an.
Ist ein bisschen wie Sex mit Gummi. Und off zu gehen, mit dem Ziel dauerhaft off zu bleiben, ist dann wie die Vorstellung nie wieder ohne Gummi Sex haben zu können. Das kann einen ganz schön erschüttern. Und das was man einst liebte, was immer für einen da war, das Training, ist plötzlich keine Ressource mehr, sondern ein Tritt in die Eier, der einen genau damit konfrontiert, was man (vermeintlich für immer) verloren hat.
Von all meinen Süchten mit Drogen und Alk war Testo absetzen eine der schwersten zu überwinden. Das war dann für mich auch der Hauptgrund nie wieder stoffen zu wollen. Diesen Entzug will ich nie wieder durchmachen. Es hat nen gutes Jahr gedauert, bis ich wieder den Antrieb fand überhaupt wieder zu trainieren.
Kann man nüchtern sagen dass die Leute die Stoffen im Endeffekt Drogensüchtige sind und jeder der das Thema nur mal Ansatzweise versucht kritisch zu durchleuchten wie meine Wenigkeit z.b dafür in der Vergangenheit übelst zerrissen wurden sind.
Und stattdessen kommen dann die üblichen Nebelkerzen ja aber andere die saufen, fressen,rauchen bla bla
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Danke das du das so ehrlich widergibst.
Verstehe auch nicht warum man nicht einfach Natty bleibt und stattdessen sich in Geduld übt und über die Früchte seiner Arbeit sich erfreut.
Ich bin auch seit 20jahren am trainieren mit vielen höhen und tiefen und habe bis heute die Liebe zum Sport nie verloren.
Für mich war Bodybuilding/Kraftsport immer ein Zufluchtsort/Antidepressiva und Ventil,um mein Kopf gerade zurücken und schwere Schicksalsschläge zu überstehen.
Drogenfrei zu trainieren macht auch Spaß und ist erfüllend wenn man sich in Demut wagt und akzeptiert dass den Menschen eben genetische/Physiologische Grenzen gesetzt sind.
Die Freude darüber das man immer noch Fortschritte macht,sei es 1-2wdh oder paar Kg mehr Eisen die man bewegt oder paar Gramm mehr Muskeln sollte man stattdessen genießen.
