Den meisten geht es doch auch gar nicht um Zuwanderung allgemein.Abraxas hat geschrieben: zum Beitrag navigieren10. Sep 2026, 00:54 Hört hört, ein Funken Realität dringt in die Zeit Bubble durch. Bis auf Kleinigkeiten ein bemerkenswerter Artikel.
Man kann der AfD vorwerfen, sie wünsche sich eine Rückkehr in die 1980er- oder 1990er-Jahre, aber in vielen umkämpften Punkten geht es eigentlich um eine Rückkehr in die frühen 2010er.
Progressive Kräfte übersehen ab und zu, wie progressiv die letzten zehn, fünfzehn Jahre waren.
Eventuell reicht die Selbstauskunft der AfD und ihrer Wähler, um darauf zu kommen, was die AfD-Wähler treibt. Ja, natürlich geht es irgendwie um Gerechtigkeit, um Umverteilung. Aber eben nicht von Reich zu Arm. Sondern von denjenigen, die man nicht mag und denen man nicht traut, zu denen, die dieses Misstrauen lautstark teilen.Die AfD will die Milliardenzahlungen an die Ukraine einstellen, an linke Vereine und Initiativen und an »antideutsche« Kulturinstitutionen. Sie will durch von ihr so genannte Remigration Sozialleistungen einsparen. Diese Position ist in sich konsistent:2025 bezogen über 650.000 Ukrainer und 400.000 Syrer Grundsicherung, bis Ende 2026 wird Deutschland über 65 Milliarden Euro an die Ukraine gezahlt haben. Die Förderung von erneuerbaren Energien soll allein 2026 rund 30 Milliarden Euro kosten. Wenn all das Geld nicht dorthin flösse, wohin es fließt, könnte man damit natürlich etwas anderes kaufen.In den vergangenen Jahren hat sich sehr viel verändert. 3,2 Millionen Menschen leben als Schutzsuchende in Deutschland. 1,36 Millionen wurden seit 2019 eingebürgert. Russland ist vom Partnerstaat zum Erzfeind geworden, Deutschland wird gerade vom Autoland zum Rüstungsindustrieland. Ach ja, und KI.Man kann der AfD vorwerfen, sie wünsche sich eine Rückkehr in die 1980er- oder 1990er-Jahre, aber in vielen umkämpften Punkten geht es eigentlich um eine Rückkehr in die frühen 2010er.Damals waren die Beziehungen zu Russland intakt, behinderte Kinder gingen auf Förderschulen, »Transsexualität« war ein Problem, die Hartz-Reformen galten als Erfolg und nur ein Fünftel der Menschen hatte einen Migrationshintergrund (heute: mehr als ein Viertel). Progressive Kräfte übersehen ab und zu, wie progressiv die letzten zehn, fünfzehn Jahre waren.Für sie und alle anderen, die sich fragen, wie man AfD-Wähler »zurückgewinnt«, heißt das: Um überhaupt in eine Diskussion zu gehen, muss man die Welt einmal durch die Augen des Gegenübers betrachten.AfD-Wähler sehen mit ihren Augen: zu viele Menschen, die nicht wie sie sind, und zu viel Geld, das an die Falschen fließt. Man muss ihnen nicht recht geben. Aber man kann eben auch nicht so tun, als wären ihre Ansichten gar nicht ihre Ansichten.
Keine Straftäter, keine Sozialschmarotzer.
Wirkliche Fachkräfte, gerne. Mit einem vernünftigen Einwanderungsmodell.