Heute stand einer der längeren progressiven Läufe im Marathonplan:
6,5 km im Gesprächstempo
4 km auf 5:30/km
3 km auf 5:15/km
4 km auf 5:30/km
3 km auf 5:15/km
2,5 km im Gesprächstempo
Der Plan wurde es am Ende nicht ganz. Nach dem ersten 3-km-Block in 5:15/km habe ich den nächsten 4-km-Block begonnen, aber relativ schnell gemerkt, dass ich die vorgesehenen 5:30/km unter den Bedingungen nicht mehr sauber halten konnte. Ich hätte das Tempo wahrscheinlich noch irgendwie erzwingen können, aber kaum über die kompletten vier Kilometer. Danach wäre ich vermutlich komplett eingebrochen. Deshalb habe ich das Tempoprogramm beendet und bin locker nach Hause gelaufen – und ich denke, das war heute die richtige Entscheidung.
Die ersten Tempoblöcke liefen genau nach Vorgabe. Danach wurde die Hitze aber zum eigentlichen Gegner. Die Anstrengung stieg immer weiter und irgendwann war klar: Jetzt würde das Training nur noch über den Ehrgeiz laufen und nicht mehr über einen sinnvollen Trainingsreiz.
Rückblickend glaube ich, dass mein Fehler eher war, die Zielpace trotz der Temperaturen unverändert laufen zu wollen. Beim nächsten Mal würde ich bei solchen Bedingungen die Pace bewusst anpassen oder direkt nach Herzfrequenz bzw. Leistung steuern. Der Trainingsreiz bleibt erhalten, das Risiko eines unnötigen Einbruchs sinkt deutlich.
Was ich an der Stelle bei Runna etwas schade finde: Der Plan wirkt auf mich in solchen Situationen ziemlich starr. Gerade bei extremer Hitze fände ich es sinnvoll, wenn die Zielvorgaben automatisch angepasst würden oder zumindest ein Hinweis käme, das Tempo entsprechend zu reduzieren. Soweit ich weiß, berücksichtigt TrainAsOne äußere Bedingungen wie Temperatur zumindest teilweise. Genau so etwas hätte ich mir heute gewünscht. Für mich ist der Trainingsreiz wichtiger als eine Pace um jeden Preis. Wie handhabt ihr das? Passt ihr eure Zielzeiten bei Hitze konsequent an oder versucht ihr trotzdem, die Vorgaben einzuhalten?
Positiv war dagegen die Verpflegung. Ich hatte zwei 500-ml-Flasks und zusätzlich eine 1-Liter-Trinkblase dabei – alles mit meiner Kohlenhydratmischung. Getrunken habe ich fast ausschließlich aus der Trinkblase und davon innerhalb der gut 1:40 Stunden ungefähr einen Liter. Das habe ich insgesamt sehr gut vertragen. Train the Gut hat damit auf jeden Fall funktioniert. Gefühlt habe ich in der Zeit aber auch mindestens einen Liter wieder ausgeschwitzt.
Eine Sache ist mir dabei allerdings aufgefallen: Je mehr ich von der Kohlenhydratmischung trinke, desto trockener fühlt sich mein Hals irgendwann an. Es ist nicht so, dass ich Durst bekomme, aber das Getränk löscht ihn gefühlt auch nicht richtig. Kennt das jemand von euch? Liegt das eventuell an der Konzentration der Mischung oder habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Unterm Strich war es trotzdem ein gutes Training. Der aerobe Trainingsreiz war hoch, dazu kam eine ordentliche Portion Hitzeakklimatisierung. Manchmal gehört zum Training eben auch, den Unterschied zwischen Disziplin und Sturheit zu erkennen. Heute war das Abbrechen für mich die vernünftigere Entscheidung.
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