Gar nicht? Ich finde das immer ganz ok und höre ja auch viel auf Englisch. Auf dem Kindle mit Übersetzung geht's bestimmt.Beobachter hat geschrieben: zum Beitrag navigieren14. Apr 2026, 07:13 Klingt eigentlich nach einem Buch für mich, aber keine Lust was auf Englisch zu lesen.![]()
Was lest/hört ihr gerade?
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Re: Was lest/hört ihr gerade?
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Re: Was lest/hört ihr gerade?
Ja, die Funktion ist ziemlich gut beim Kindle. Auch werden die Begriffe direkt gespeichert. Super also wenn man Vokabeln lernen will.
Bei mir ist aber der Job schon komplett Englisch. Wenn ich beim lesen relaxen will dann lieber Deutsch.
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Re: Was lest/hört ihr gerade?
Ach gerade dann kommt man doch gut reinBeobachter hat geschrieben: zum Beitrag navigieren14. Apr 2026, 17:52 Ja, die Funktion ist ziemlich gut beim Kindle. Auch werden die Begriffe direkt gespeichert. Super also wenn man Vokabeln lernen will.
Bei mir ist aber der Job schon komplett Englisch. Wenn ich beim lesen relaxen will dann lieber Deutsch.![]()
Aber es kommt natürlich immer drauf an. Ich kann mir bestimmte Hörbücher immer gut auf Englisch geben.
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Re: Was lest/hört ihr gerade?
(Hör -) Buch Nummer 15
My struggle book 6 von Karl Ove Knausgård (Audible Guthaben)
Knausgård betreibt hier wieder seine schonungslose Offenheit und geht ins kleinste Detail. Von Banalitäten wie seiner Kreditkarten Pin bis hin zu der Erkrankung seiner Frau und ihre psychischen Probleme. Es ist eine faszinierende, teils fast beängstigende Form der Selbstdarstellung, die er hier betreibt. Spannend war, wie er im letzten Band die Reaktionen auf seine vorherigen Werke mit einfließen lässt, zB wie er die Klage seines Onkels einbaut oder auch, wie die Presse seine Familie unter Druck gesetzt hat und nach Infos recherchierte. Erschreckend war, wie ihn Leute auf der Straße ansprechen und ihn erkennen. Er beschreibt es, kritisiert es aber nie, es geht nur um ihn und sein Empfinden.
Faszinierend fand ich auch, wie er den Prozess beschreibt, wie er die Bücher veröffentlicht und redigiert, wenn Änderungen erwünscht sind. Man liest bzw hört hier kein Buch, sondern es ist die Erzählung eines Freundes, den man nun schon so gut und so lange kennt. Humorvoll war dabei, wie seine Frau ihn gebeten hat, eine gewisse Begegnung zu entfernen und er genau nennt, um welche Szene es sich handelt. Er schafft so eine unglaubliche Intimität mit dem Leser, die ich selten erlebt habe. Gleichzeitig erzählt er aber auch, was er umgeschrieben und anonymisiert hat, sodass der distanzierte Leser sich fragt: ist Knausgård ein zuverlässiger Erzähler? Stimmt das denn alles? Die Frage kann man eigentlich nicht stellen, nach so viel Zeit mit ihm zusammen ohne Kritik glaubt man ihm jedes Wort.
Das Buch hat Längen, definitiv, und die Details sind mal ermüdend, mal spannend. Die Beschreibungen und seine Gefühle werden immer wieder durchbrochen von philosophischen Abhandlungen und Abschweifungen, über alle Themen, die man sich vorstellen kann. Ein großer Bruch ist natürlich die Gedichtinterpretation von Celan und dann gefolgt von dem 400 Seiten Essay über Hitler. Ich muss sagen, dass ich noch nie so eine intensive Interpretation gelesen habe.
Den Hitler Essay habe ich wirklich verschlungen. Ich wusste eigentlich so wenig über Hitler und Knausgård schafft es, Hitler als Menschen darzustellen und zu analysieren, wie dieser wohl zu dem geworden ist, was er ist. Es ist eine Analyse des Bösen, während Hitler fast wie eine deutsche Erfolgsgeschichte dargestellt wird. Die Gegenüberstellung der Kershaw Biographie mit den Augenzeugenberichten von Hitlers Studentenfreund Kubizek war unglaublich faszinierend, während Knausgård seine Meinung und Ansichten dazu beigetragen hat, gleichzeitig aber auch andere Größen dieser Zeit, wie Ernst Jünger oder Stefan Zweig mit einbezieht. Ich fand es unglaublich reflektiert und intellektuell brilliant. Ich habe viel Neues über Hitler gelernt.
Trotz (oder gerade wegen) dieser Ausschweifungen ist die Wirkung enorm. Knausgård schafft es, eine Nähe zum Leser aufzubauen, die fast schon unangenehm ist. Man hat sich selten so intensiv mit der Psyche eines anderen Menschen auseinandergesetzt.
Der Schluss des Buches beschäftigt sich intensiv mit der psychologischen Erkrankung seiner Frau und wie er damit umgeht. Es ist aber auch eine harte Abrechnung mit seiner Frau und es wird kein Blatt vor den Mund genommen. Es ist die literarische Demontierung seiner Ehe und die totale Auskehr seiner Familie und wir als Leser sind dabei.
"Kämpfen" (so der deutsche Titel) ist kein leichtes Buch. Es ist sperrig, eitel, uferlos und manchmal anstrengend. Aber es ist auch ein literarisches Ereignis, das einen nicht loslässt. Wer wissen will, was Literatur heute noch leisten kann, kommt an dieser radikalen Reise ins Innere nicht vorbei . Ein absolut lohnenswerter, intensiver Abschluss einer Serie, die das Genre der Autobiographie neu definiert hat.
My struggle book 6 von Karl Ove Knausgård (Audible Guthaben)
Mit diesem Werk setzt Knausgård einen Schlusspunkt hinter eines der ehrgeizigsten literarischen Projekte unserer Zeit. Wer sich bis zum sechsten Band durchgearbeitet hat, weiß, worauf er sich einlässt – und doch ist dieses Buch noch einmal eine ganz eigene Herausforderung.. Obwohl ich die Serie im letzten Jahr verschlungen habe, hat mich die Länge ein wenig abgeschreckt. Jetzt habe ich mich dran getraut und die Zeit verging wie im Flug. Eduardo Ballerini ist für mich die Stimme Knausgårds und liest so wunderbar und gemütlich, dass man stundenlang ohne Probleme zuhören kann.The final sixth installment in the long-awaited, internationally celebrated My Struggle series from Karl Ove Knausgaard.
The full scope and achievement of Karl Ove Knausgaard's monumental work is evident in this final installment of his My Struggle series. Grappling directly with the consequences of Knausgaard's transgressive blurring of public and private, Book 6 is a troubling and engrossing look into the mind of one of the most exciting artists of our time. Knausgaard includes a long essay on Hitler and Mein Kampf, particularly relevant (if not prescient) in our current global climate of ascending dictatorships
Knausgård betreibt hier wieder seine schonungslose Offenheit und geht ins kleinste Detail. Von Banalitäten wie seiner Kreditkarten Pin bis hin zu der Erkrankung seiner Frau und ihre psychischen Probleme. Es ist eine faszinierende, teils fast beängstigende Form der Selbstdarstellung, die er hier betreibt. Spannend war, wie er im letzten Band die Reaktionen auf seine vorherigen Werke mit einfließen lässt, zB wie er die Klage seines Onkels einbaut oder auch, wie die Presse seine Familie unter Druck gesetzt hat und nach Infos recherchierte. Erschreckend war, wie ihn Leute auf der Straße ansprechen und ihn erkennen. Er beschreibt es, kritisiert es aber nie, es geht nur um ihn und sein Empfinden.
Faszinierend fand ich auch, wie er den Prozess beschreibt, wie er die Bücher veröffentlicht und redigiert, wenn Änderungen erwünscht sind. Man liest bzw hört hier kein Buch, sondern es ist die Erzählung eines Freundes, den man nun schon so gut und so lange kennt. Humorvoll war dabei, wie seine Frau ihn gebeten hat, eine gewisse Begegnung zu entfernen und er genau nennt, um welche Szene es sich handelt. Er schafft so eine unglaubliche Intimität mit dem Leser, die ich selten erlebt habe. Gleichzeitig erzählt er aber auch, was er umgeschrieben und anonymisiert hat, sodass der distanzierte Leser sich fragt: ist Knausgård ein zuverlässiger Erzähler? Stimmt das denn alles? Die Frage kann man eigentlich nicht stellen, nach so viel Zeit mit ihm zusammen ohne Kritik glaubt man ihm jedes Wort.
Das Buch hat Längen, definitiv, und die Details sind mal ermüdend, mal spannend. Die Beschreibungen und seine Gefühle werden immer wieder durchbrochen von philosophischen Abhandlungen und Abschweifungen, über alle Themen, die man sich vorstellen kann. Ein großer Bruch ist natürlich die Gedichtinterpretation von Celan und dann gefolgt von dem 400 Seiten Essay über Hitler. Ich muss sagen, dass ich noch nie so eine intensive Interpretation gelesen habe.
Den Hitler Essay habe ich wirklich verschlungen. Ich wusste eigentlich so wenig über Hitler und Knausgård schafft es, Hitler als Menschen darzustellen und zu analysieren, wie dieser wohl zu dem geworden ist, was er ist. Es ist eine Analyse des Bösen, während Hitler fast wie eine deutsche Erfolgsgeschichte dargestellt wird. Die Gegenüberstellung der Kershaw Biographie mit den Augenzeugenberichten von Hitlers Studentenfreund Kubizek war unglaublich faszinierend, während Knausgård seine Meinung und Ansichten dazu beigetragen hat, gleichzeitig aber auch andere Größen dieser Zeit, wie Ernst Jünger oder Stefan Zweig mit einbezieht. Ich fand es unglaublich reflektiert und intellektuell brilliant. Ich habe viel Neues über Hitler gelernt.
Trotz (oder gerade wegen) dieser Ausschweifungen ist die Wirkung enorm. Knausgård schafft es, eine Nähe zum Leser aufzubauen, die fast schon unangenehm ist. Man hat sich selten so intensiv mit der Psyche eines anderen Menschen auseinandergesetzt.
Der Schluss des Buches beschäftigt sich intensiv mit der psychologischen Erkrankung seiner Frau und wie er damit umgeht. Es ist aber auch eine harte Abrechnung mit seiner Frau und es wird kein Blatt vor den Mund genommen. Es ist die literarische Demontierung seiner Ehe und die totale Auskehr seiner Familie und wir als Leser sind dabei.
"Kämpfen" (so der deutsche Titel) ist kein leichtes Buch. Es ist sperrig, eitel, uferlos und manchmal anstrengend. Aber es ist auch ein literarisches Ereignis, das einen nicht loslässt. Wer wissen will, was Literatur heute noch leisten kann, kommt an dieser radikalen Reise ins Innere nicht vorbei . Ein absolut lohnenswerter, intensiver Abschluss einer Serie, die das Genre der Autobiographie neu definiert hat.