GPP / Strength & Conditioning / CrossFit

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Carter T R
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Re: GPP / Strength & Conditioning / CrossFit

wuzzner hat geschrieben: zum Beitrag navigieren3. Feb 2026, 21:44 Nur eine Verständnisfrage ob ich das richtig verstanden habe: du hast gestern ausgiebig Schwere DL gemacht und heute dynamische DL? Meinst nicht dass sich das irgendwie „blockiert“? Und morgen willst dann noch länger rudern? Also ich fahre ja auch viel Volumen aber das würde ich nicht wegstecken und ich bin doch auch ein paar Jahre jünger…
Ja, das hast du richtig verstanden.
Zu meinem Gedankengang ... erstmal ein bisschen Background zu meiner Trainingsstruktur: Grundsätzlich zählen die schweren DLs zu meinen A-Prio-Kerneinheiten (Strength: Mo/Mi/Fr-Abends, Endurance: Do-Morgens, CrossFit: Di/Sa-Morgens), die ich möglichst nicht ausfallen lasse und die im Grunde meine Wochenstruktur bestimmen.
Die Rower-Session gehört zu den B-Prio-Einheiten, die ich Mo/Mi/Fr-Morgens zusätzlich absolviere (wie auch die Echobike Intervalle, wobei die noch in einem anderen/niedrigeren Intensitätsbereich liegen, was damit zusammenhängt, dass sie an den UK-Krafttrainingstagen liegen, die mir mehr Regenerationskapazität abverlangen als die OK-Tage, an denen ich morgens eine Rower-Session absolviere).
Die DE-Session sind dann nur C-Prio und auch eher ein "Experiment". Sie sollen eigentlich nicht besonders ermüdend sein (was auf die 50% vom TM-Session auch zutraf, auf die 55%- und die gestrige 60% Session aber weniger) und ich will einfach ausprobieren, ob die mir etwas bringen und ob ich sie zusätzlich noch verkrafte. Da dieses Experiment für mich nur eine geringe Priorität hat, sind die Sessions einfach dort gelandet, "wo noch Platz war", d.h. Di (Deadlift & Press) und Do (Squat & Bench) jeweils abends.

Jetzt zur spezifischen Belastung: Die schweren DLs haben mich "systemisch" deutlich weniger mitgenommen als die AMRAP-Sets, die ich normalerweise mache. Vermutlich hatten sie auch nur einen geringen hypertrophischen Trainingsstimulus, dafür aber einen hohen neuralen Reiz, der eher in den Bereich Skill/Motorcontrol fällt, und zusätzlich vermutlich auch noch einen Stimulus auf meinen passiven Bewegungsapparat potenziell auch Knochendichte aufgrund der hohen Spannung.
Die DE-DLs hatten sicherlich keinen hypertrophischen Stimulus und vermutlich nur eine Skill-Motorcontroll-Komponente (und relativ wenig Ermüdung, die aber natürlich auf die bis dahin vermutlich nur teilweise regenerierte der schweren DLs "addiert" werden muss, aber selbst keine große Rolle spielt). Wichtig ist hier vor allem die Motorcontrol-Sache ... und die ... ja, die macht man idealerweise für den maximalen Effekt besser in einem möglichst erholten Zustand (deshalb Skillwork in einer Session auch immer als erstes). Ich glaube aber nicht, dass die schweren DLs und die DE-DLs sich gegenseitig blockieren, denn sie zahlen zu einem guten Teil auf dieselbe neurale Anpassung an (Motorcontrol und Rate of Force Development - einmal schwer und langsam, einmal leicht und schnell). Ich habe sicherlich ein paar % "Anpassung" dadurch verloren, dass ich nicht komplett erholt in die DE-Session gegangen bin, aber eine längere Regenerationsphase hätte eben auch mehr Netto-Zeit ("im Kalender") gekostet. Von daher denke ich, dass das erstmal so passt.
Was den Row betrifft, ja, der belastet dieselbe Muskulatur und in einem ganz anderen Bereich. Hier würde ich eher eine Interferenz vermuten und, wenn ich die Signaltransduktionsketten durchgehe, annehmen, dass "das AMPK-Signal das mTOR-Signal inhibiert". Das sollte aber okay sein, denn das mTOR-Signal spielt 1. vor allem für Hypertrophie eine Rolle, was bei den DLs höchstens sekundär relevant war, 2. ist die Muskelproteinsynthese bei trainierten Sportlern (ich zähle mich da mal dreist dazu :D ) post-Training deutlich weniger und vor allem auch kürzer erhöht (als bei Untrainierten - dafür ist sie "at Rest bei Trainierten etwas ausgeprägter"), mein Alter kommt da noch hinzu (also eher noch weniger MPS).
Die neuronalen Anpassungen laufen mW auch auf kürzeren Zeitskalen, bei trainierten (die keine "neue Skill" lernen sondern eine bestehende verbessern) Sportlern im Rahmen von maximal 24-48h. 24h Pause hatte ich zwischen den schweren und DE DLs sogar in etwa (und auch hier ist die Anpassung vermutlich transient).

Darüber hinaus halte ich mich bei solchen Sachen meistens an die Ergebnisse aus Robineau et al. 2016, die die Interferenz von Kraft- und Ausdauertraining bei trainierten Rugby-Spielern untersucht haben, das Ergebnis war kurz zusammengefasst: wenn man nach dem Krafttraining 6h kein Ausdauertraining macht und nach Ausdauertraining (in diesem Fall VO2max-Intervalle) 12h kein Krafttraining, kommt es bei trainierten Rugbyspielern nicht zu einer Interferenz bei der Entwicklung von 1RM (das ja auch die neurale Komponente beinhaltet) oder VO2max. Ich habe heute morgen zwar keine VO2max-Intervalle gemacht, das war eher eine TTE-Subthreshold-Session, aber der Reiz ist ähnlicher als bspw. eine Zone 2-Session oder LSD.

Ich mache mir da also erstmal keine großen Sorgen (sondern versuche das Volumen und meine Konsistenz im Training hochzuhalten). Ich befinde mich außerdem am Ende der Belastungsphase in meinem aktuellen Mesozyklus (die geht noch bis Freitag/Samstag), darauf folgt eine Entlastungsphase von 9-10 Tagen. An dieser Stelle in meiner Trainingsgestaltung bin ich immer relativ erschöpft und freue mich über die kommende Entlastung - und das ist mW vollkommen normal. Meistens bekomme ich dann aber so 4-6 Tage nach dem Beginn der Entlastungsphase schon wieder Lust auf höhere Intensitäten/Trainingsvolumina. Das ist quasi wie nach Lehrbuch, von daher gehe ich aktuell noch davon aus, dass ich das verkrafte, aber ja, ich nähere mich hier asymptotisch meiner Regenerationskapazität / meines MRVs an und schramme vielleicht nur knapp an meiner Belastungsgrenze vorbei.
Solange ich damit aber Fortschritt mache und nicht stagniere (und mich in der Entlastungsphase auch erhole!), bin ich zuversichtlich, dass das erstmal noch so in Ordnung ist.
Sobald ich eine Stagnation feststelle (die mehr als 2-4 Trainingssessions anhält) bemerke ich, dass es zu viel ist und kann das Training ein bisschen zurückfahren. Manchmal merke ich es auch einfach, ich habe bspw. nach den Widowmaker-DLs in der 2. Trainingswoche dieses Cycles auch Volumen und Intensität rausgenommen, weil ich gemerkt habe, dass es zu viel wurde.
wuzzner
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Re: GPP / Strength & Conditioning / CrossFit

Danke für die lange Erklärung!
Carter T R
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Re: GPP / Strength & Conditioning / CrossFit

Unbestaendigkeit hat geschrieben: zum Beitrag navigieren3. Feb 2026, 12:30 Ja genau, wenn, dann würde mich direkt von 0 auf 100 in Sachen Hybridtraining interessieren. Du kennst meine Trainingsrahmen ja grob, da wäre etwas mehr biologisches/theoretisches Wissen schon nett. Auch, wenn das "stumpfe Machen" vermutlich auch genügen würde ^^
Es gibt mMn kein Buch, dass deine Kriterien erfüllt. von 0 auf 100 ist halt auch mal eine Ansage ... ich sehe mich da selbst noch weit von der 100 entfernt :-) .
Hybrid-Bücher sind in der Regel eher oberflächlich und übergehen oder übersehen dadurch Dinge. Für einen Einstieg ist das neue Viada Buch wie gesagt okay, aber es ist mMn definitiv kein Must-Read.

Wenn du dich wirklich der 100 nähern willst, dann führt kein Weg daran vorbei, dass du dir erstmal ein solides Grundwissen in Sachen Biologie aneignest. Das vereinfacht dann aber das Verständnis von extrem vielen Dingen wirklich maßgeblich. Ein paar Prozesse, die dabei die zentralsten Rollen spielen:
-ATP-Resynthese via:
-Kreatin-Phosphat
-Glykolyse
-oxidativer Stoffwechsel (hier zusätzlich zur Glykolyse auch Beta-Oxidation und natürlich TCA-Cycle und electron transport chain)

-Genexpression
-Muskelkontraktion (& Motorneurale Kontrolle)
-Herzkreislaufsystem (& Blut/Hämoglobin)

Danach würde ich dann ein gutes Buch oder bessere mehrere Bücher zum Krafttraining und eines zum Ausdauertraining empfehlen. Bei letzterem würde ich als Rundumschlag vermutlich "Scientific Training for Endurance Arthletes" von Phil Skiba empfehlen. Das ist nicht perfekt und ich finde es sehr schade, dass er zunächst detailliert die Exercise Domains beschreibt und später doch auf ein klassischeres/verbreiteteres "Zonensystem" zurückgreift, anstatt direkt eine sinnvolle Synthese dieser unterschiedlichen Systeme anzustreben ... (und ein weiterer Lektoratsdurchgang hätte dem Manuskript auch gut getan).
Im Speziellen im Breich Laufen - aber vieles lässt sich auch auf andere Ausdauersportarten übertragen! - ist "The Science of Running" von Steve Magness wirklich gut. Der Anfang ist etwas langatmig, aber es ist mMn eines er Top-Laufbücher (Jack Daniels Running Formula habe ich bisher nicht gelesen).
Ebenfalls ganz gut - vor allem für Leute, die an "Multisport" interessiert sind, finde ich Joe Friels "Triathletes Training Bible" (die würde ich eher nehmen als die Cyclists-Version). Das Buch ist auch nicht perfekt, aber es vermittelt einen guten Eindruck von den Problemen, die die Kombination verschiedener Sportarten mit sich bringt, wiederholt die Physiologie recht anschaulich für den Laien (kann man auch vor den Bio-Büchern lesen...).
Grundsätzlich bin ich auch ein Fan von "Training and Racing with a Powermeter" von Hunter Allen und Andy Coggan, das mir in vielen Bereichen noch mal die Augen geöffnet hat - und ich sehe mich nicht als Radsportler - aber durch die einfache Quantifizierung von Trainingsdaten mittel Powermeter kann man mMn eine Menge auch über grundsätzliche Dinge im Ausdauersport lernen (ein solides biologisches Grundwissen vorausgesetzt) - es ist aber sehr technisch.
Wenn es spezieller um Intervalltraining geht, ist mMn "Science and Application of High-Intensity Interval Training" von Laursen und Buchheit ein Highlight, aber ein wissenschaftlicher Text.
Wenn man mit wissenschaftlicher Literatur wirklich gut klarkommt und idealerweise auch schon diverse Studien gelesen (und verstanden) hat, dann kann man noch zu "Concurrent Aerobic and Strength Training" greifen, das von Schumann und Ronnestad zusammengestellt wurde. Hier werden aber keine Basics erklärt, das ist ein wissenschaftlicher Text von und für Wissenschaftler. Bevor man hier allerdings zugreift, würde ich unbedingt empfehlen, sich erstmal mit Open Access PDFs aufzuwärmen und sich die Grundlagen, wie die Hickson Studie und alles mögliche in Sachen Ausdauertraining aneignet (da kannst du dich bei Interesse mal per PN melden).

Im Krafttrainingsbereich würde ich zum Einstieg vermutlich "The Muscle and Strength Pyrmid: Training" von Eric Helms, Andy Morgan und Andrea Valdez empfehlen (in dem es nicht nur um Hypertrophie, sondern auch um Powerlifting geht - die Nutrition Version des Buches ist auch lesenswert). Die Bücher von Nippard und Schoenfeld habe ich bisher nicht gelesen.

Wenn du einen wirklich einfachen Einstieg suchst, der dir zwar wissenschaftlich relativ fundiert, aber für den Laien wirklich gut erklärt, die wichtigsten Dinge im Bereich Kraft- und Hypertrophietraining liefert und auch gleich noch einen Rundumschlag im Bereich Supplements macht, dann würde ich "Bigger Leaner Stronger" von Michael Matthews empfehlen.

Bei den allermeisten dieser Bücher musst du dann immer im Hinterkopf behalten, dass du einen Hybrid-Ansatz umsetzen möchtest, was bedeutet, dass du niemals 1+1 rechnen und nicht einfach einen Ausdauerplan mit einem Kraftplan zu jeweils 100% miteinander kombinieren kannst. Du musst immer schauen, was für dich funktioniert und dich lieber langsam an das Volumen herantasten, das du verträgst. Das ist eigentlich auch die Quintessenz von zahlreichen Viada- oder Omnia (Fergus Crawley)-Artikeln.

Wenn du noch eher anwendungsbezogene bzw. Praxis-Bücher (für "Athleten") magst ... da empfand ich die 5/3/1 Bücher von Jim Wendler ein wenig eigen, aber dennoch gut, lesenswert und hier und dort auch unterhaltsam (5/3/1, Beyond 5/3/1 und FOREVER 5/3/1 - die man auch in dieser Reihenfolge lesen sollte), sowie "The Juggernaut Method 2.0" von Chad Wesley Smith.

Edit:
Für einen Einstieg in Sachen Ausdauertraining hatte ich mich hier auch schon mal für eine Artikelreihe auf Lyle McDonalds Blog Bodyrecomposition ausgesprochen, die eine wirklich gute Grundlage liefert - besser als viele Bücher, die ich zu dem Thema gelesen habe. Darüber hinaus gibt es auch auf Strongerbyscience ein paar lesenswerte Artikel zum Thema interference effect oder endurance training for strength athletes.
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Maxim
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Re: GPP / Strength & Conditioning / CrossFit

Mal ne Frage bzw. eine Überlegung zu den Rugbyspielern, weil ich da auch immer wieder hängen bleibe.

Weißt Du, wie genau Entwicklung 1RM vs VO2max definiert wurde? Nachdem es trainierte Rugby-Spieler sind, wäre ja vor allem interessant: Trainiert in was und inwiefern?

Wenn es z.B. Profis waren oder gehobene Amateure (so habe ich es in Erinnerung), ist v.a. im ersteren Fall davon auszugehen, dass in beiden Kategorien bereits ein hohes Niveau da und das Training entsprechend anspruchsvoll ist. Das wiederum würde ganz grob die Ableitung erlauben: Für solche, vermutlich weit fortgeschrittene Athleten gelten diese "Abstandswerte" bzw. konnte gemessen werden, dass die Pausen einen relevanten Impact auf den Interferrenzeffekt haben.

Das wiederum könnte bedeuten, dass diese Annahme für weniger trainierte Individuen in anderem Ausmaß gelten könnte. Weniger trainiert als (semi-)professionelle Rugbyspieler sind ziemlich viele.

Im Grunde würde das daraus abzuleitende Trainingsverständnis dann ja umso relevanter, je fortgeschrittener ein "Hybrider" ist. Würde auch heißen: Bin ich in beidem noch Anfänger oder Novize, kann ich sehr wahrscheinlich bis etwa ins Intermediate-Niveau beides entwickeln (wenn auch natürlich nicht so gut wie ein Feld allein). Ist nur eines von beidem bereits weit entwickelt und das andere soll hinterher, könnte man sich auf die entsprechende "Richtung" bzw. Reihenfolge konzentrieren. Ist beides auf einem relativ hohen Niveau, muss wie in der Studie getrennt, in Blöcken trainiert und periodisiert usw. werden.

Wie waren Deine Überlegungen dazu nach der Lektüre?
Carter T R
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Re: GPP / Strength & Conditioning / CrossFit

Maxim hat geschrieben: zum Beitrag navigieren4. Feb 2026, 15:44 Weißt Du, wie genau Entwicklung 1RM vs VO2max definiert wurde? Nachdem es trainierte Rugby-Spieler sind, wäre ja vor allem interessant: Trainiert in was und inwiefern?

Wenn es z.B. Profis waren oder gehobene Amateure (so habe ich es in Erinnerung), ist v.a. im ersteren Fall davon auszugehen, dass in beiden Kategorien bereits ein hohes Niveau da und das Training entsprechend anspruchsvoll ist. Das wiederum würde ganz grob die Ableitung erlauben: Für solche, vermutlich weit fortgeschrittene Athleten gelten diese "Abstandswerte" bzw. konnte gemessen werden, dass die Pausen einen relevanten Impact auf den Interferrenzeffekt haben.
Trainiert in Rugby mit wenig Erfahrung in den spezifischen Krafttrainingsmodalitäten oder Ausdauermodalitäten, die in der Studie zum Tragen kamen. n=58, age= Mitte 20, 4-5h Training pro Woche, Bench 90kg, Halfsquat 140-150kg, VO2peak 4-4,5l/min (bei einem Körpergewicht von rund 90kg also eine VO2peak von 44-50 ml/min/kg). ICh bin deutlich älter, ansonsten sind die Werte für mich okay um damit so grob zu kalkulieren, wie ich es tue.
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Unbestaendigkeit
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Re: GPP / Strength & Conditioning / CrossFit

Carter T R hat geschrieben: zum Beitrag navigieren4. Feb 2026, 11:57
Unbestaendigkeit hat geschrieben: zum Beitrag navigieren3. Feb 2026, 12:30 Ja genau, wenn, dann würde mich direkt von 0 auf 100 in Sachen Hybridtraining interessieren. Du kennst meine Trainingsrahmen ja grob, da wäre etwas mehr biologisches/theoretisches Wissen schon nett. Auch, wenn das "stumpfe Machen" vermutlich auch genügen würde ^^
Es gibt mMn kein Buch, dass deine Kriterien erfüllt. von 0 auf 100 ist halt auch mal eine Ansage ... ich sehe mich da selbst noch weit von der 100 entfernt :-) .
Hybrid-Bücher sind in der Regel eher oberflächlich und übergehen oder übersehen dadurch Dinge. Für einen Einstieg ist das neue Viada Buch wie gesagt okay, aber es ist mMn definitiv kein Must-Read.

Wenn du dich wirklich der 100 nähern willst, dann führt kein Weg daran vorbei, dass du dir erstmal ein solides Grundwissen in Sachen Biologie aneignest. Das vereinfacht dann aber das Verständnis von extrem vielen Dingen wirklich maßgeblich. Ein paar Prozesse, die dabei die zentralsten Rollen spielen:
-ATP-Resynthese via:
-Kreatin-Phosphat
-Glykolyse
-oxidativer Stoffwechsel (hier zusätzlich zur Glykolyse auch Beta-Oxidation und natürlich TCA-Cycle und electron transport chain)

-Genexpression
-Muskelkontraktion (& Motorneurale Kontrolle)
-Herzkreislaufsystem (& Blut/Hämoglobin)

Danach würde ich dann ein gutes Buch oder bessere mehrere Bücher zum Krafttraining und eines zum Ausdauertraining empfehlen. Bei letzterem würde ich als Rundumschlag vermutlich "Scientific Training for Endurance Arthletes" von Phil Skiba empfehlen. Das ist nicht perfekt und ich finde es sehr schade, dass er zunächst detailliert die Exercise Domains beschreibt und später doch auf ein klassischeres/verbreiteteres "Zonensystem" zurückgreift, anstatt direkt eine sinnvolle Synthese dieser unterschiedlichen Systeme anzustreben ... (und ein weiterer Lektoratsdurchgang hätte dem Manuskript auch gut getan).
Im Speziellen im Breich Laufen - aber vieles lässt sich auch auf andere Ausdauersportarten übertragen! - ist "The Science of Running" von Steve Magness wirklich gut. Der Anfang ist etwas langatmig, aber es ist mMn eines er Top-Laufbücher (Jack Daniels Running Formula habe ich bisher nicht gelesen).
Ebenfalls ganz gut - vor allem für Leute, die an "Multisport" interessiert sind, finde ich Joe Friels "Triathletes Training Bible" (die würde ich eher nehmen als die Cyclists-Version). Das Buch ist auch nicht perfekt, aber es vermittelt einen guten Eindruck von den Problemen, die die Kombination verschiedener Sportarten mit sich bringt, wiederholt die Physiologie recht anschaulich für den Laien (kann man auch vor den Bio-Büchern lesen...).
Grundsätzlich bin ich auch ein Fan von "Training and Racing with a Powermeter" von Hunter Allen und Andy Coggan, das mir in vielen Bereichen noch mal die Augen geöffnet hat - und ich sehe mich nicht als Radsportler - aber durch die einfache Quantifizierung von Trainingsdaten mittel Powermeter kann man mMn eine Menge auch über grundsätzliche Dinge im Ausdauersport lernen (ein solides biologisches Grundwissen vorausgesetzt) - es ist aber sehr technisch.
Wenn es spezieller um Intervalltraining geht, ist mMn "Science and Application of High-Intensity Interval Training" von Laursen und Buchheit ein Highlight, aber ein wissenschaftlicher Text.
Wenn man mit wissenschaftlicher Literatur wirklich gut klarkommt und idealerweise auch schon diverse Studien gelesen (und verstanden) hat, dann kann man noch zu "Concurrent Aerobic and Strength Training" greifen, das von Schumann und Ronnestad zusammengestellt wurde. Hier werden aber keine Basics erklärt, das ist ein wissenschaftlicher Text von und für Wissenschaftler. Bevor man hier allerdings zugreift, würde ich unbedingt empfehlen, sich erstmal mit Open Access PDFs aufzuwärmen und sich die Grundlagen, wie die Hickson Studie und alles mögliche in Sachen Ausdauertraining aneignet (da kannst du dich bei Interesse mal per PN melden).

Im Krafttrainingsbereich würde ich zum Einstieg vermutlich "The Muscle and Strength Pyrmid: Training" von Eric Helms, Andy Morgan und Andrea Valdez empfehlen (in dem es nicht nur um Hypertrophie, sondern auch um Powerlifting geht - die Nutrition Version des Buches ist auch lesenswert). Die Bücher von Nippard und Schoenfeld habe ich bisher nicht gelesen.

Wenn du einen wirklich einfachen Einstieg suchst, der dir zwar wissenschaftlich relativ fundiert, aber für den Laien wirklich gut erklärt, die wichtigsten Dinge im Bereich Kraft- und Hypertrophietraining liefert und auch gleich noch einen Rundumschlag im Bereich Supplements macht, dann würde ich "Bigger Leaner Stronger" von Michael Matthews empfehlen.

Bei den allermeisten dieser Bücher musst du dann immer im Hinterkopf behalten, dass du einen Hybrid-Ansatz umsetzen möchtest, was bedeutet, dass du niemals 1+1 rechnen und nicht einfach einen Ausdauerplan mit einem Kraftplan zu jeweils 100% miteinander kombinieren kannst. Du musst immer schauen, was für dich funktioniert und dich lieber langsam an das Volumen herantasten, das du verträgst. Das ist eigentlich auch die Quintessenz von zahlreichen Viada- oder Omnia (Fergus Crawley)-Artikeln.

Wenn du noch eher anwendungsbezogene bzw. Praxis-Bücher (für "Athleten") magst ... da empfand ich die 5/3/1 Bücher von Jim Wendler ein wenig eigen, aber dennoch gut, lesenswert und hier und dort auch unterhaltsam (5/3/1, Beyond 5/3/1 und FOREVER 5/3/1 - die man auch in dieser Reihenfolge lesen sollte), sowie "The Juggernaut Method 2.0" von Chad Wesley Smith.

Edit:
Für einen Einstieg in Sachen Ausdauertraining hatte ich mich hier auch schon mal für eine Artikelreihe auf Lyle McDonalds Blog Bodyrecomposition ausgesprochen, die eine wirklich gute Grundlage liefert - besser als viele Bücher, die ich zu dem Thema gelesen habe. Darüber hinaus gibt es auch auf Strongerbyscience ein paar lesenswerte Artikel zum Thema interference effect oder endurance training for strength athletes.
Poah, vielen vielen Dank!
Carter T R
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Re: GPP / Strength & Conditioning / CrossFit

04022026 pm C54W3D3

5min Echobike @253 Watt: 3,08km
Agile 8
Movement Prep
Jumps & Kettlebell Swings

Mainlift:
Bench 5's PRO S.V.R. I w/ Joker Sets 30''-3'
40/10
50/8
60/5
70/5
80/5
90/5
92,5/5
97,5/3
102,5/3
107,5/2
112,5/1
117,5/1

Supplemental Lift:
Press 5x5 @FSL 1'
25/10
35/8
45/5x5
Superset w/
Banded Pull ups 1'/15, 14, 13, 12, 11, 10

Assistance:
Alternating KB Cossack Squat 16kg 1'/3x16
Superset w/
Weighted Ring Dips BW+15kg 1'/12, 11, 10

Reverse DB Flys 2x16kg 1'/16, 14, 2x10kg/16
Superset w/
Alternating DB Curls 2x22kg 1'/20, 16 2x16kg/24

Triple Threat/3x15
Superset w/
Slant Board Calve Raises BW/3x25
Superset w/
Wrist Roller 5kg/2, 1, 1

10min Echobike @164 Watt: 5,24km
7min Breathwork & Mobility

Gute Session ... ich war wieder in der Box, im Rig mit Spotter schwer zu benchen war mir lieber, als das im Wohnzimmer auszuprobieren... und es lief richtig gut. 5 Reps beim TM waren easy und auch alle anderen Triples, der Double und die beiden Singles liefen sehr gut und stabil. Da ist auf jeden Fall Luft nach oben - aber ich wollte es auch hier nicht bei der ersten schweren Bench-Session übertreiben, nur, weil es gut läuft. Es war ja kein 1RM Test, sondern es sollten einfach nur ein paar schwere(re) Joker Sets sein.

Press und Pull ups liefen auch gut ... sogar die Cossack Squats waren erträglich. Bei den Ring Dips habe ich offensichtlich auch ein bisschen Fortschritt gemacht. Insgesamt eine sehr zufriedenstellende Session ... und ich war froh, dass die Beine heute Abend quasi eine Pause einlegen konnten (die dauert aber auch nur bis morgen früh).

Mit den OK-Leistungen bin ich echt zufrieden. Im Press hatte ich in Woche 1 und 2 des Cycles e1RMs von 70 und 72 kg - und im Lift dann 72,5kg, also sogar noch mal 0,5kg mehr (mit geringem Potenzial nach oben), bei der Bench lagen die e1RM ins Woche 1 und 2 bei 120 und 122,5kg, wovon ich mit 117,5kg nicht wirklich weit entfernt bin und da war noch ordentlich Potenzial nach oben.
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Körpergewicht: 87
Sportart: Hybrid
Squat: 180
Bench: 145
Deadlift: 220
Lieblingsübung: OHP

Re: GPP / Strength & Conditioning / CrossFit

bitte mal die Drückerei ausmaxen, wette auf mindestens 75 und 125 :D
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