01102026 pm
HYROX Karlsruhe (Mixed Double)
Time: Ziel 1:15-1:20 sehr knapp verfehlt
Run-Time: 57%
Station-Time: 34%
Roxzone-Time: 9%
ave/max HR: 155/166 BPM
TE: 5,0/2,0
Cooles Event. Would do again.
Venue war wirklich gut aufgebaut und die Organisation wirkte bis in viele Details extrem professionell. Das begann damit, dass das Briefing mit Mikro und PA lief, so dass man trotz der lauten Halle alles gut verstehen konnte bis dahin, dass man sich beim Sportfotografen für das Finisherfoto einfach nur mit seinem Chiptimer in die Nähe des Bildschirms stellen muss, auf dem dann automatisch die Finishingtime angezeigt wird (so etwas wäre bei ATHX auch cool...).
Es ist aber natürlich nicht alles Gold ... ich empfand die Halle als zu laut und akustisch eher ungeeignet. Es lief Musik, aber die ging irgendwie unter. Ich habe auf jeden Fall kaum einen der Judges verstanden, wenn sie irgendwas gesagt haben. Die Halle war auch extrem schlecht belüftet und gefühlt war der Sauerstoff schon verbraucht, als wir gegen 18:30 Uhr mit unserem Warm up angefangen haben ... und die Luft wurde immer feuchter. Meine Fenix hat mir bei dem Workout eine Temperatur von 28°C angezeigt - und ich habe echt viel Flüssigkeit verloren. Ein großer Ventilator an jedem Ende der Halle wäre echt nice gewesen.
Vor der Athletes Registration sind wir noch in den Shop gegangen, eigentlich wollten wir T-Shirts als Andenken mitnehmen, vielleicht auch einen Hoodie, aber die Preise waren mE jenseits von Gut und Böse. T-Shirts und Hoodies (und auch die Functional Shirts) waren aus echt dünnem Stoff und haben auf mich nicht den Eindruck von besonders hoher Qualität gemacht. Ich war auf jeden Fall nicht bereit, dafür 45 oder sogar 85 € auszugeben (bei dem ATHX T-Shirt habe ich 35 € für deutlich besseres Material bezahlt).
Die Registration lief super angenehm, ebenso wie der Bag Drop, der sehr professionell organisiert war (ein Desk für Drop und ein anderer für Pick up, kein Zeitlimit für die Aufbewahrung). Danach in den Umkleidebereich (den es bei ATHX nicht gab) und dann auch gleich in die Warm up Area. System hochgefahren, ROM herstellen, einmal die Ergs anlaufen lassen, ein paar Wall Balls mit dem leichten 6kg Ball und unbedingt die Sleds auf dem Teppich ausprobieren, über den sich ja irgendwie jeder beim HYROX beschwert ... easy...
Was mich gewundert und wirklich überrascht hat, war, dass die 8x1km Runs gar keine 1km Laps (oder mehrere Laps, um auf 1km zu kommen) waren. Die erste und die letzte Runde waren kürzer als 1km, die 6 Runden dazwischen dafür (entsprechend?) länger. Außerdem waren die Strecken in der Roxzone wirklich weit - deutlich weiter, als ich erwartet hätte. Ich hatte am Ende des Events auf jeden Fall über 11km auf der Uhr.
Die Länge der Roxzone hat uns mMn auch unser geplantes Ziel gekostet, mit so weiten Laufwegen, die natürlich auch Zeit kosten, hatten wir einfach nicht gerechnet. Die Länge der Lauflaps und die Organisation der Roxzone ist aber natürlich jeweils zu einem guten Teil der Venue geschuldet. In Karlsruhe gab es jeweils einen Eingang und einen Ausgang in die und aus der Roxzone für die Stationen 1-7. Für Station 8 (Wall Balls) gab es eine separate Roxzone, deren Eingang auf der anderen Seite der Laufstrecke lag (und von wo aus man direkt ins Ziel läuft, die Roxzone also nicht wieder in Richtung Laufstrecke verlässt). In der Haupt-Roxzone waren die Stations dann von links nach rechts sortiert, wobei Stations 6 und 7 vertauscht waren, die Reihenfolge war also SkiErg, Sled Push, Sled Pull, Burpee Broad Jumps, Rower, Sandbag Lunges, Farmers Carries, wobei die Farmers Carries im Race vor den Lunges zu absolvieren sind. Die Stations waren allerdings gut sichtbar nummeriert, so dass das schon okay war. Der Eingang in die Roxzone war dabei auf Höhe des Sled Push (SkiErg war also links davon), dann kamen hinter dem Sled Pull die Getränkestationen und dann auf Höhe der Burpee Broad Jumps/der Rower der Ausgang.
Wenn man nach den Lunges oder den Farmers Carries also noch mal zur Getränkestation wollte, musste man zunächst in die falsche Richtung "tiefer" in die Roxzone hineinlaufen, bevor man dann wieder umdrehen und zum Ausgang laufen kann. Wenn man es auf eine bestimmte Zeit anlegt, sollte man sich also das Layout sehr genau anschauen und seine Verpflegungsstrategie auf jeden Fall daran anpassen - was wir nicht getan sondern einfach so hingenommen und uns an unseren Plan von der Simulation gehalten haben ... oder auch nicht so ganz.
Aber zum Rennen selbst...
Die Runs liefen für uns ziemlich gut. Meine Uhr hat mir eine meistens eine sehr konstante Pace zwischen 5:15 und 5:25 angezeigt, aber der Runtrack war ... stellenweise echt ziemlich voll. Hinzu kam auch noch, dass viele langsame Läufer - also noch langsamere als ich(!) - auf der Innenbahn direkt an der Grenze zur Fastlane (die für 4min/km oder schneller reserviert ist) gelaufen sind, wir sind also recht viel Slalom gelaufen. Gefühlt würde ich aber sagen, dass wir sehr viel mehr Leute überholt haben, als Leute uns überholt haben (was sich aber nicht in den Statistiken widerspiegelt). Ich hatte auf jeden Fall ein gutes Gefühl und bin sehr zufrieden mit unserer Laufleistung. anhand der Konstanz unserer Pace kann man wohl auch sagen, dass wir noch ein bisschen schneller hätten Laufen können.
Station 1: SkiErg
Lief super gut. Hier war das Race auch noch recht übersichtlich und die Waves hatten sich aufgrund unterschiedlicher Leistungen noch nicht stark durchmischt. Wir waren das 3. oder 4. Team am SkiErg und haben die Station als 2. Paar verlassen - also 2 Plätze innerhalb der Wave gutgemacht, die wir beim folgenden Run aber auch wieder verloren haben... Meine Partnerin hat grob 3x150m gemacht und ich die 2x275m dazwischen, wobei ich mit einer Pace von 1:40/500m ziemlich schnell unterwegs war.
Station 2: Sled Push
Hier haben wir echt geglänzt. Ich habe schon viele Stories über den Teppich gehört und wie die Sleds sich da hineingraben und sich festbeißen. Ich hatte keine solchen Probleme. Ich bin aber auch kein Fan der Technik, die die meisten Hyroxer beim Sled Push an den Tag legen. Ich bin mit dem Teil "gelaufen". Leider wurde ich dabei von einer der Sportfotografinnen behindert, die auf der Lane neben mir fotografiert hat. Als Athlet bekommt man ja direkt eine Penalty, wenn man anderen Athleten im Weg steht ... ich hätte sie fast über den Haufen gerannt und musste sie laut anschreien, damit sie überhaupt mitbekommt, dass sie im Weg steht. Das Abbremsen und wieder beschleunigen des Sleds hat mich auf jeden Fall gekostet...
Trotz der langen Roxzone (man muss an allen Stations, an denen man nicht automatisch einen Rundkurs hat - wie bei den Burpees, Farmers Carries und Lunges - einmal zum gegenüberliegenden Ende der Roxzone laufen, einen Wendepunkt passieren und dann wieder zurück Richtung Ausgang, damit alle denselben Weg haben, egal, auf welcher Höhe ihr Erg oder Sled sich befindet) waren wir in unter 2min mit der Station durch.
Station 3: Sled Pull
Auch hier haben wir glänzen können ... aber die Organisation an der Station und die Judges waren ... nicht so toll, um es gnädig auszudrücken. Als wir eingelaufen sind, war nicht klar, welchen Sled wir nehmen sollen, weil verschiedene Judges Signale gegeben haben. So sind wir an einem Chalkbucket vorbeigelaufen und wurden dann genau in der Mitte von 2 Chalkbuckets gestoppt - ohne Kreide an den Händen und der Weg zum nächsten Bucket wäre eben wieder recht weit gewesen.
Ich konnte den Sled recht easy mit Hand over Hand Pulls bewegen, was auch einen der Fotografen begeistert hat. Die meisten Leute laufen für die Sled Pulls in der designierten Box auf und ab und holen die Kraft für den Pull aus den Beinen, aber das ist eben ziemlich langsam - und ich war ehrlich gesagt ganz froh, auch mal meinen Oberkörper einsetzen zu können und meinen Beinen eine Pause zu gönnen.
Leider gab es am Ende der Zone Kommunikationsschwierigkeiten mit einem der Judges. Ich musste dreimal nachfragen, bis ich eine Antwort erhielt und wir eindeutige Hinweise bekamen, wo wir lang müssen.
Bei den Sleds wären ein paar mehr Judges auf jeden Fall eine gute Sache.
Ich hatte außerdem geplant, ein Gel zu nehmen, während meine Partnerin zieht, habe das aber total vergessen. So sind wir dann auf dem Weg aus der Roxzone heraus noch mal kurz stehengeblieben, damit ich das nachholen kann, und haben auch einen Schluck getrunken. Da haben wir unnötig Zeit liegengelassen.
Das Gel habe ich dann auch irgendwie nicht so gut vertragen ... es kann aber auch etwas anderes gewesen sein, ich hatte auf jeden Fall ein bisschen Magenprobleme, die ich noch bis nach dem Rower mit mir herumgetragen habe.
Station 4: Burpee Broad Jumps
Die Station lief ziemlich gut und wir waren sogar mehr als 30sek schneller als in unserer Simulation, aber wir hätten noch schneller sein können ... es gab nur 4 Lanes und vor uns waren alle 4 Lanes mit Paaren besetzt, die alle etwa gleich langsam waren, was ein Überholen quasi unmöglich gemacht hat. Ich habe mich dann irgendwie durchgekämpft und 3x die Lane gewechselt, um zwischen den anderen hindurchzukommen, ohne sie zu behindern ... was bei einer der Judges auch zu einem gewissen mitleidigem Amusement geführt hat.
Am Ende haben wir im Team aber nicht gut kommuniziert. Meine Partnerin ist mega gut in Burpees (sie wiegt auch einfach deutlich weniger als ich) und eigentlich sollte sie die Station beginnen und beenden, damit ich vor und nach dem Lauf kurz durchatmen kann. Hier hat sie aber ca. 10m vor dem Ende der Station noch mal an mich übergeben, als ich noch am zu Atem kommen von unserem Überholmanöver war, und ich habe sie dann auch beendet. Ich konnte danach aber nicht direkt mit unserer normalen Pace weiterlaufen, sondern musste - schon wieder auf der Laufstrecke - kurz innehalten, was uns dann natürlich unnötig Zeit gekostet hat.
Station 5: Rower
Das war eigentlich ein Heimspiel für uns, wir sind beide stark auf dem Rower. Ich war noch ein bisschen platt von den Burpees und dem folgenden Lauf und konnte meine 1:39er/1:40er Pace aus der Simulation nicht ganz halten, sondern habe auf den letzten Metern nur eine 1:42er Pace umsetzen können, aber das war dennoch gut.
Station 6: Farmers Carries
Die Station war easy, auch deutlich einfacher als bei er Simulation. Die Judges waren hier aber auch damit überfordert, klare Anweisungen zu geben. Es war nicht klar, ob man einfach 2 "Runden" laufen muss oder ob man am Ende von Runde 1 umdreht und die Runde in entgegengesetzter Richtung zurücklaufen muss, das hat für einen Augenblick zu Verwirrung geführt, ist aber vielleicht auch in jeder Venue anders.
Station 7: Sandbag Lunges
Die haben mich überrascht ... denn der Messehallenboden war extrem hart und damit meine ich "schmerzhaft hart". Ich hatte schon Kneesleeves an, aber der erste Kontakt meiner Kniescheibe mit dem Boden war sehr unangenehm. Nach ein paar Schritten habe ich dann auch bemerkt, dass meine Adduktoren doch noch keinen Bock auf Lunges haben ... aber es sind eben auch nur 100m Lunges mit nur 20kg Gewicht - im Vergleich zu unserer Simulation haben wir hier 45s gutgemacht.
Auch hier habe ich wieder vergessen, vor der Station noch ein Gel zu nehmen, und habe dann kurz gezögert, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, vor allem, weil ich ja beim letzten Gel schon Probleme hatte, habe es dann aber noch genommen.
Nach der Station sind wir auch noch mal zur Getränkestation gelaufen, also erstmal am Ausgang vorbei und noch mal tiefer in die Roxzone, bevor wir dann wieder umgedreht und auf die Laufstrecke gelaufen sind.
Station 8: Wall Balls
Auf dem Weg zur letzten Station haben wir noch mal ein wenig beschleunigt ... beflügelt von dem Gefühl, dass es gleich vorbei ist ... und die Wall Balls liefen okay. Wir hatten sogar die digitalen Counter mit Monitoranzeige, was ganz cool war, denn ich hätte unseren Judge vermutlich eh nicht verstanden. Jeder von uns hat allerdings auch eine Norep dabei gehabt ... mit dem ganzen Schweiß war der Ball so glitschig, dass er mir einmal einfach ausgerutscht und entglitten ist.
Im Finish ist es dann leider etwas blöd gelaufen ... da war noch ein anderes Pärchen, das uns unbedingt überholen wollte, aber das nicht so richtig geschafft hat, aber so haben sie sowohl ihr eigenes wie auch unser Finisherfoto versaut, weil sie sich so halb zwischen uns gedrängelt haben ... was auch den Fotografen angepisst hat.
Insgesamt bin ich sehr happy mit unserer Performance. Ich werde auf keinen Fall wieder die Länge der Roxzones unterschätzen und sollte ich noch mal an einem HYROX teilnehmen (die Wahrscheinlichkeit würde ich durchaus als "hoch" einschätzen), werde ich mir das Layout der Roxzones im Vorfeld sehr genau ansehen und meine Trink- und Gel-Strategie danach ausrichten.
Die Endorphin Pro haben sich im Übrigen sehr bewährt! Sie waren auch super grippy auf dem Teppich, viel besser als bei uns in der Box, wo ich bei Burpee Broad Jumps mit den Schuhen auch schon mal ausgerutscht bin und mich ziemlich lang gemacht habe.
Im Anhang auch noch Pace und HR. Besonders auffällig sind 1. meine HR-Peaks (2 auf dem SkiErg und 1 auf dem Rower) und wie meine HR in der letzten Laufrunde noch mal steigt, 2. wie kurz der Sled Push war (2. Station), 3. das durch Fehlommunikation mit den Jugdes ausgelöste Gerenne beim Sled Pull, 4. wie mein Überholmanöver bei den Burpees meine HR kurz gespiked hat, 5. wie schnell wir eigentlich bei den Farmers Carries unterwegs waren und nicht zuletzt 6. wie konstant unsere Running Pace war.
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