Eric hat geschrieben: zum Beitrag navigieren19. Jun 2026, 10:27
Stewardess hat geschrieben: zum Beitrag navigieren19. Jun 2026, 10:16
Maxim hat geschrieben: zum Beitrag navigieren17. Jun 2026, 22:28
Unser Mittlerer musste Ende 2020 mitten in der Pandemie an den Polypen und Mandeln operiert werden, da war er 2 Jahre und 3 Monate. Mama konnte mit, aber die Große und ich durften die beiden nicht mal besuchen. Muss schlimm gewesen sein, hat tagelang Blut gespuckt. Zugang legen war auch super scheiße bei nem Kind in dem Alter. Dann gabs noch Noroviren auf der Station und sie durften nicht mal mehr aus dem Zimmer raus. Zum Glück sind die beiden zäh wie Leder.
Als ich mit der Großen mal wegen einer Augenverletzung in derselben Klinik war (auch in der Pandemie, Mordsaufriss), hab ich einen Vater mit seinem Sohn da auf dem Gang gesehen. Der Junge, vielleicht 7, hing am Tropf, kahl, offenbar schwerst krank, und der Vater hat den Infusionsständer hinter ihm her geschoben.
Den Blick dieses Mannes werde ich in meinem Leben nie mehr vergessen.
Muss daran oft denken, wenn mal wieder die Seuche ausbricht oder man wegen ner Platzwunde zum Nähen muss. Alles nicht wirklich relevant.
Bei so Storys läufts mir kalt den Rücken runter. Bin da sau verweichlicht geworden seit wir unsere Kleinen haben.
Ich denke außerdem seit ich Kinder hab oft, dass -so banal es klingt- echter Schmerz und echte Freude nur mit Kindern erlebbar ist.
Das ist das, was ich hier seit Jahren schreibe. Gesunde Kinder ( und natürlich auch der Partner ) sind das wichtigste. Alles andere ist nebensächlich und lässt sich irgendwie regeln. Im Saarland finden gerade irgendwelche Behindertenspiele statt und ich bin bei den Bildern davon so dankbar, dass ich zwei gesunde Kinder habe.
Verstehe die Sicht und ich bin darüber bei uns auch sehr froh.
Vorallem weil ich viele Eltern nicht darum beneide wie die Reaktionen auf Behinderte Kinder sein können. (Kinder untereinander sind halt einfach gemein und es gibt genug Arschloch-Erwachsene die behinderte Kinder anstarren und tuscheln usw.) Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob ich stark genug wäre an sowas nicht zu verzweifeln.
Ich persönlich finde dabei, bzw. bei der allgemein vorherrschenden "Hauptsache Gesund" Meinung eines schwierig: Man impliziert irgendwie, dass nur nicht-behinderte Kinder, glückliche Kinder und später Erwachsene sein können. Für mich ist Gesundheit das Wichtigste (Krebs, Fieber, Infektionen so ne Krams halt) aber ich denke dass behinderte Kinder und Familien mit behinderten Kindern genauso glücklich sein können wenn die Kinder gesund sind.
Verkneife mir daher den "Hauptsache gesund" Spruch bei Schwangerschaften auch. Ich hab mal in einem Podcast mit der Mutter eines geistig eingeschränkten Kindes gehört: "Mir ist nur wichtig, dass mein Kind mal glücklich wird. Das kann es auch mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen werden."
Daher ist es für mich "Hauptsache Glücklich" geworden
