Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Für Fragen/Infos über die Ausbildung, Studienwahl, Geldanlage o.Ä. Themengebiete.
Antworten
Benutzeravatar
Stefan@05
Lounge Ultra
Beiträge: 2616
Registriert: 9. Mär 2023, 21:31

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

H_B hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Mai 2026, 18:55 Schon krass, wie Micron läuft. Letztes Jahr hab ich es verkauft, hatte es sowieso nur kurz gehalten. Hab's Geld in Crypto gemacht, was auch super war. Insofern bereue ich nichts.

Was lernen wir daraus? Länger halten. :guenni:



Screenshot_2026-05-29-18-52-32-683_de.traderepublic.app.jpg
Man muss dir da schon die Frage stellen "warum"?

Ich habe gestern ein Interview mit Michael Saylor geschaut und da sprach er auch von dem was Buffet immer betont. Kaufe keine Aktie, die du nicht für Jahre halten willst. Ist ja bei ihm und Bitcoin auch so. Er wurde darauf angesprochen, wie es für ihn ist heute Held und morgen Idiot zu sein im Internet und co.

Dann erzählte er wie der Kurs von MS damals von 100 Dollar auf 0,22 Dollar gefallen ist und was da in ihm vorging. Und wie viele Stunden er am MIT gearbeitet hat, ohne Pausen.

Ich finde die Börse und auch der Kryptomarkt haben weitaus mehr mit Disziplin zu tun als viele denken. Du musst deinen Weg gehen, du musst nachkaufen wenn der Laden lichterloh zu brennen scheint und du musst Noise ignorieren können. Erst dann wird man bei sowas wie Bloom, Micron, Nvidia, damals Apple und co dabei sein und ausgesorgt haben ohne selbst Millionen investiert zu haben. Aber das können halt einfach die wenigsten.

Deshalb... Cash halt nicht wegen 100 Euro aus. Was macht man mit 100 Euro? Glaub an deine Käufe und zieh durch. Auch wenn es mal daneben geht.
Benutzeravatar
Gurkenplatzer
Taktische Gurke
Beiträge: 5677
Registriert: 5. Mär 2023, 20:10
Alter: 35
Geschlecht: Apache
Körpergröße: 180
Körpergewicht: 83
Sportart: Judo/BJJ
Lieblingsübung: Hexbar DL
Ich bin: Vlad der Pfähler

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Ich sehe das etwas anders.
Du brauchst einfach gutes Urteilsvermögen und ne große Portion Glück.
Seit Andro Zeiten höre und lese ich immer noch tenbaggern und hundredbaggern.
Glück gehört einfach mit dazu.
Dass du über 20 Jahre dann auch noch einen ETF schlägst hat einfach mit Glück zu tun. Und die die es berichten, wie dimez und Anis, das sind die survivor. Für jeden dieser Fälle gibt es hunderte die reingeschissen haben mit anderen Werten.
Benutzeravatar
Stefan@05
Lounge Ultra
Beiträge: 2616
Registriert: 9. Mär 2023, 21:31

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Gurkenplatzer hat geschrieben: zum Beitrag navigieren30. Mai 2026, 10:02 Ich sehe das etwas anders.
Du brauchst einfach gutes Urteilsvermögen und ne große Portion Glück.
Seit Andro Zeiten höre und lese ich immer noch tenbaggern und hundredbaggern.
Glück gehört einfach mit dazu.
Dass du über 20 Jahre dann auch noch einen ETF schlägst hat einfach mit Glück zu tun. Und die die es berichten, wie dimez und Anis, das sind die survivor. Für jeden dieser Fälle gibt es hunderte die reingeschissen haben mit anderen Werten.
Geh ich vollkommen mit. Dann investiere ich aber nicht paar Euros in Micron, die ich mit paar % auscashe, sondern dann bleibe ich stur bei nem ETF was auch fein ist.
Benutzeravatar
Anis
Lounge-Legende
Beiträge: 1446
Registriert: 5. Mär 2023, 17:08

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Gurkenplatzer hat geschrieben: zum Beitrag navigieren30. Mai 2026, 10:02 Ich sehe das etwas anders.
Du brauchst einfach gutes Urteilsvermögen und ne große Portion Glück.
Seit Andro Zeiten höre und lese ich immer noch tenbaggern und hundredbaggern.
Glück gehört einfach mit dazu.
Dass du über 20 Jahre dann auch noch einen ETF schlägst hat einfach mit Glück zu tun. Und die die es berichten, wie dimez und Anis, das sind die survivor. Für jeden dieser Fälle gibt es hunderte die reingeschissen haben mit anderen Werten.
Stimme zu 100% zu leider
Benutzeravatar
Knolle
hundsgemein
Beiträge: 12195
Registriert: 6. Mär 2023, 08:19
Wohnort: FFM
Geschlecht: m
Sportart: Bodybuilding
Ich bin: Zweifelnd

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Gurkenplatzer hat geschrieben: zum Beitrag navigieren30. Mai 2026, 10:02 Ich sehe das etwas anders.
Du brauchst einfach gutes Urteilsvermögen und ne große Portion Glück.
Seit Andro Zeiten höre und lese ich immer noch tenbaggern und hundredbaggern.
Glück gehört einfach mit dazu.
Dass du über 20 Jahre dann auch noch einen ETF schlägst hat einfach mit Glück zu tun. Und die die es berichten, wie dimez und Anis, das sind die survivor. Für jeden dieser Fälle gibt es hunderte die reingeschissen haben mit anderen Werten.
Es ist einfach so. Der Thread hier ist halt nicht die Realität bzw gibt's für jeden Gewinn auch nen Verlust.

Kleine Geschichte aus der Vergangenheit: Ein Freund von mir ist auf keiner speziellem Position in einem Konzern, aber hat keine Insider Infos. Die Stimmung war aber gut, der CEO wirkte zufrieden und motiviert und auch die Leute aus dem Controlling/Accounting hatten keine langen Gesichter. Also hat er darauf spekuliert, dass die Ergebnisse gut werden und der Kurs hochgeht.
Also quasi mehr "Insiderinfos" als die Leute hier zu Nvidia, rocket lab, Intel und Co. Was war passiert? Die Zahlen waren tatsächlich super, aber der Markt hat es nicht honoriert und der Kurs ist ordentlich runter und sein Call ist ihm um die Ohren geflogen.
Benutzeravatar
Hardy.
Top Lounger
Beiträge: 1854
Registriert: 9. Mär 2023, 19:22
Geschlecht: 👍
Sportart: 🏋🚴‍♂️🚣‍♂️🏊‍♂️🏌‍
Ich bin: Baujahr 73

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Weil es hier kürzlich für so große Aufregung sorgte, als ich schrieb, dass viele m.M.n. unterschätzen, wie schnell KI alles verändert und wie viel mehr Rechenleistung und Strom bald gebraucht wird, hier ein Artikel über unser deutsches Wunderkind in den USA von heute.
Er sieht es wörtlich genauso.
Sehr interessanter Artikel.
https://www.welt.de/finanzen/plus6a1986 ... riten.html
Zuletzt geändert von Hardy. am 30. Mai 2026, 18:24, insgesamt 1-mal geändert.
„Früh zu Bett und früh aufstehen macht den Menschen gesund, reich und klug.“ — Benjamin Franklin


Diese Marken unterstützen das Forum
Benutzeravatar
Harun
Lounge Inventar
Beiträge: 10441
Registriert: 17. Apr 2023, 07:36
Ich bin: nur fürs Essen hier.

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Hardy. hat geschrieben: zum Beitrag navigieren30. Mai 2026, 18:19 Weil es hier kürzlich für so große Aufregung sorgte, als ich schrieb, dass viele m.M.n. unterschätzen, wie schnell KI alles verändert und wie viel mehr Rechenleistung bald gebraucht wird, hier ein Artikel über unser deutsches Wunderkind in den USA von heute.
Er sieht es wörtlich genauso.
Sehr interessanter Artikel.
https://www.welt.de/finanzen/plus6a1986 ... riten.html
War die Tage auch Thema in deinem Lieblings Podcast :-)
Einfach verrückt der Typ und dass dem die Leute (ohne jegliche Erfahrung) einfach ein paar Milliarden anvertrauen.
Benutzeravatar
husefak
Lounge Ultra
Beiträge: 7372
Registriert: 9. Mär 2023, 15:38
Ich bin: grenzüberschreitend

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Hardy. hat geschrieben: zum Beitrag navigieren30. Mai 2026, 18:19 Weil es hier kürzlich für so große Aufregung sorgte, als ich schrieb, dass viele m.M.n. unterschätzen, wie schnell KI alles verändert und wie viel mehr Rechenleistung und Strom bald gebraucht wird, hier ein Artikel über unser deutsches Wunderkind in den USA von heute.
Er sieht es wörtlich genauso.
Sehr interessanter Artikel.
https://www.welt.de/finanzen/plus6a1986 ... riten.html
Kann man den bitte rauskopieren oder über archive.is freigeben?
Benutzeravatar
Harun
Lounge Inventar
Beiträge: 10441
Registriert: 17. Apr 2023, 07:36
Ich bin: nur fürs Essen hier.

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

husefak hat geschrieben: zum Beitrag navigieren30. Mai 2026, 18:32 Kann man den bitte rauskopieren oder über archive.is freigeben?
Teil 1
► Text anzeigen
Benutzeravatar
Harun
Lounge Inventar
Beiträge: 10441
Registriert: 17. Apr 2023, 07:36
Ich bin: nur fürs Essen hier.

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Teil 2
► Text anzeigen
Grafiken zu seinen Holdings und Short Positionen sind noch interessant.
Benutzeravatar
Stefan@05
Lounge Ultra
Beiträge: 2616
Registriert: 9. Mär 2023, 21:31

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Warum schaffen es die meisten Anleger nicht, echte 10x-Aktien zu realisieren?

Die Studien dazu liefern eine überraschend einfache Antwort.

Es liegt nicht daran, dass die Menschen besonders dumm oder unfähig wären.

Das eigentliche Problem ist, dass die Struktur von 10x-Aktien und die typischen Verhaltensgewohnheiten privater Anleger genau entgegengesetzt sind.

1. 10x-Aktien sind von vornherein extrem selten

Die wichtigste Erkenntnis aus Bessembinders Forschung lautet:
Der Großteil der langfristigen Aktienmarktrenditen wird von einer winzigen Handvoll extrem erfolgreicher „Super-Gewinner“-Unternehmen erzeugt.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Die allermeisten Einzelaktien schaffen langfristig keinen nennenswerten Vermögensaufbau.

Damit löst sich der erste große Irrglaube auf:
„Wenn ich nur lange genug halte, wird schon eine 10x-Aktie draus.“

Falsch.
Nur die extrem wenigen Unternehmen, die überhaupt die Qualität dafür haben, können 10x oder mehr liefern. Die meisten Aktien tun das nicht – einige zerstören sogar mit der Zeit Kapital.

Deshalb ist die Jagd nach 10x-Aktien von Anfang an ein extrem schwieriges Spiel. Es geht nicht nur um „starken Glauben“, sondern um ein Wahrscheinlichkeitsspiel, bei dem man eine echte Rarität finden muss.

2. Die meisten verkaufen Gewinner viel zu früh

Odeans klassische Studie zum Dispositionseffekt zeigt:
Anleger verkaufen gewinnbringende Positionen deutlich schneller als Verlierer.

Das ist einer der Hauptgründe, warum 10x-Aktien so selten im Depot bleiben.

In der Praxis sieht es meist so aus:
+30 % → „Erst mal Gewinn mitnehmen“
+100 % → „Verdoppelt ist doch schon super“
+300 % → „Jetzt ist es aber wirklich teuer“
Bei -40 % Korrektur → „War wohl doch nur eine Blase“

Echte 10x-Aktien entstehen jedoch genau dadurch, dass sie all diese Phasen durchlaufen.
Der 10-fache Gewinn entsteht nicht durch einen genialen Einstieg – er entsteht dadurch, dass man die vielen Verkaufsversuchungen, Korrekturen, Zweifel und Panikphasen übersteht.

Bei 10x-Aktien ist also nicht das Finden das Schwierigste, sondern das Halten

3. Die meisten traden viel zu häufig

Barber & Odean haben gezeigt: Je öfter Privatanleger handeln, desto schlechter wird ihre Performance.

Der Grund ist simpel: Häufiges Umschichten unterbricht den Zinseszinseffekt.
Selbst wenn man eine starke Aktie gefunden hat, springt man oft auf den nächsten „heißeren“ Trend um, dann wieder auf den übernächsten – und sitzt am Ende nie lange genug in dem einen wirklich großen Gewinner.

10x-Aktien werden nicht über Nacht 10x.
Sie durchlaufen meistens lange Phasen von Zweifeln, Bewertungskritik, Seitwärtsbewegungen, schlechten Nachrichten und Marktrückschlägen.
Genau diese Zeit braucht der Zinseszins aber, um zu wirken.

Die meisten Anleger halten diese Zeit nicht aus und wechseln ständig zum „nächsten großen Ding“.
Das eigentliche Problem ist also nicht der Mangel an Chancen, sondern dass man eine gute Chance nicht lange genug nutzt.

4. Die meisten kaufen erst, wenn die Nachrichten schon laufen

Die Studie „All That Glitters“ zeigt:
Privatanleger werden stark von auffälligen Merkmalen angezogen – hohe Umsätze, starke Kursbewegungen, Medienhype.

Echte 10x-Aktien sind am Anfang meist langweilig.
Kaum jemand spricht darüber, die Ergebnisse sind noch nicht perfekt, Analysten interessieren sich kaum, die Story ist noch nicht rund.

Wer dagegen auf das setzt, worüber gerade alle reden, kauft oft schon eine hohe Erwartungshaltung zum teuren Preis.

Viele glauben, sie hätten eine „gute Branche“ gekauft – in Wirklichkeit haben sie oft nur den teuren Preis einer guten Branche bezahlt.

5. Die meisten verwechseln 10x-Aktien mit Lotterie-Aktien

Kumar hat gezeigt, dass Privatanleger stark zu „Lotterie-Aktien“ neigen: niedriger Kurs, hohe Volatilität, große Fantasie.

Das ist der gefährlichste Punkt beim Multi-Bagger-Investing.

Oberflächlich sehen beide gleich aus: große TAM, „kann riesig werden“, Zukunftstrend etc.

Aber der innere Unterschied ist gewaltig.

Echte 10x-Aktien werden mit der Zeit stärker und realer:
Umsätze steigen, Kunden kommen, Technologievorsprung bestätigt sich, Marktposition festigt sich, Cashflow verbessert sich, Management beweist kluge Kapitalallokation.

Lotterie-Aktien bleiben meist nur Story:
Realität schwach, Partnerschaften vage, Kapitalerhöhungen häufig, Management wenig shareholder-freundlich, nur TAM ist riesig.

Deshalb geht es beim 10x-Investing nicht darum, „Aktien mit hohem Upside-Potenzial“ zu kaufen.
Es geht darum, Unternehmen zu finden, die **sowohl asymmetrisches Aufwärtspotenzial als auch eine sich im Zeitverlauf verfestigende Realität** besitzen.

Fazit

Die meisten Anleger „verpassen“ 10x-Aktien nicht, weil sie sie nie finden.
Sie verpassen sie, weil sie:

- mittendrin verkaufen
- Gewinner zu früh und Verlierer zu lange halten
- erst kaufen, wenn es schon teuer und laut ist
- zu häufig umschichten und den Zinseszins unterbrechen
- Lotterie-Aktien mit echten Multi-Baggern verwechseln
- Positionen oft zu groß fahren und normale Korrekturen nicht aushalten

10x-Investing ist deshalb kein reines „Aktien-finden-Spiel“.
Das Finden ist nur der Anfang.
Das wirklich Schwierige ist das geprüfte, disziplinierte Halten.

Gleichzeitig gilt: Einfach alles lange halten ist auch keine Lösung – denn die meisten Einzelaktien sind eben keine langfristigen Gewinner.

Die richtige Formel lautet daher:
10x-Aktien entstehen nicht durch blinden Glauben, sondern dadurch, dass man ein Unternehmen findet, das es verdient, lange gehalten zu werden – und diese Berechtigung dann kontinuierlich überprüft und aufrechterhält.

Man muss lernen, Preis-Schwankungen von echten Veränderungen der fundamentalen Logik zu unterscheiden.

Das ist der eigentliche Grund, warum die meisten 10x-Aktien am Ende doch nicht „essen“.

Aus dem koreanischem übersetzt
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Benutzeravatar
Hardy.
Top Lounger
Beiträge: 1854
Registriert: 9. Mär 2023, 19:22
Geschlecht: 👍
Sportart: 🏋🚴‍♂️🚣‍♂️🏊‍♂️🏌‍
Ich bin: Baujahr 73

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren30. Mai 2026, 19:07 Teil 2
► Text anzeigen
Grafiken zu seinen Holdings und Short Positionen sind noch interessant.
Ich finde auch seine Short-Wetten interessant. Wie schon ein paar Mal geschrieben, mache ich das ja ähnlich. Ich kann langfristig super bullisch sein und kurzfristig das genaue Gegenteil. Den ASML-Short finde ich mutig, das würde ich mich nicht trauen – Long habe ich aber auch keinen Bock mehr. Das ist eine der Aktien, die ich nicht weit genug gespielt habe. ich habe mich da wegen des bekannten Zirkus mit China rausschütteln lassen.
​Aber auch, weil im Moment nur Intel sechs der teuersten 400-Millionen-Maschinen gekauft hat und TSMC damit bis 2028/29 warten will. TSMC lässt lieber ihre halb so teuren Maschinen doppelt und dreifach belichten, weil diese abbezahlt sind und die Chips das bis dahin noch möglich machen. Genau hier liegt aber Intels gigantische langfristige Chance.Während TSMC die alte Technologie bis an die Schmerzgrenze ausquetscht, sitzt Intel bereits auf der Next-Gen-Infrastruktur. Sobald das physische Limit beim Multi-Patterning erreicht ist, hat Intel die Nase technologisch vorn. Genau deshalb halte ich die Aktie auch stur als Long-Term-Investment auf Sicht der nächsten Jahre.
Gehe trotzdem immer mal wieder auch dort Short an Punkten wo es m.M.n Sinn macht.
​aber auch bei AMD zum Beispiel auf einen Dip von 25 bis 30 % zu wetten, kann man absolut machen, bevor es weiter Richtung Norden geht.
„Früh zu Bett und früh aufstehen macht den Menschen gesund, reich und klug.“ — Benjamin Franklin


Diese Marken unterstützen das Forum
Benutzeravatar
Hardy.
Top Lounger
Beiträge: 1854
Registriert: 9. Mär 2023, 19:22
Geschlecht: 👍
Sportart: 🏋🚴‍♂️🚣‍♂️🏊‍♂️🏌‍
Ich bin: Baujahr 73

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Stefan@05 hat geschrieben: zum Beitrag navigieren30. Mai 2026, 19:38 Warum schaffen es die meisten Anleger nicht, echte 10x-Aktien zu realisieren?

Die Studien dazu liefern eine überraschend einfache Antwort.

Es liegt nicht daran, dass die Menschen besonders dumm oder unfähig wären.

Das eigentliche Problem ist, dass die Struktur von 10x-Aktien und die typischen Verhaltensgewohnheiten privater Anleger genau entgegengesetzt sind.

1. 10x-Aktien sind von vornherein extrem selten

Die wichtigste Erkenntnis aus Bessembinders Forschung lautet:
Der Großteil der langfristigen Aktienmarktrenditen wird von einer winzigen Handvoll extrem erfolgreicher „Super-Gewinner“-Unternehmen erzeugt.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Die allermeisten Einzelaktien schaffen langfristig keinen nennenswerten Vermögensaufbau.

Damit löst sich der erste große Irrglaube auf:
„Wenn ich nur lange genug halte, wird schon eine 10x-Aktie draus.“

Falsch.
Nur die extrem wenigen Unternehmen, die überhaupt die Qualität dafür haben, können 10x oder mehr liefern. Die meisten Aktien tun das nicht – einige zerstören sogar mit der Zeit Kapital.

Deshalb ist die Jagd nach 10x-Aktien von Anfang an ein extrem schwieriges Spiel. Es geht nicht nur um „starken Glauben“, sondern um ein Wahrscheinlichkeitsspiel, bei dem man eine echte Rarität finden muss.

2. Die meisten verkaufen Gewinner viel zu früh

Odeans klassische Studie zum Dispositionseffekt zeigt:
Anleger verkaufen gewinnbringende Positionen deutlich schneller als Verlierer.

Das ist einer der Hauptgründe, warum 10x-Aktien so selten im Depot bleiben.

In der Praxis sieht es meist so aus:
+30 % → „Erst mal Gewinn mitnehmen“
+100 % → „Verdoppelt ist doch schon super“
+300 % → „Jetzt ist es aber wirklich teuer“
Bei -40 % Korrektur → „War wohl doch nur eine Blase“

Echte 10x-Aktien entstehen jedoch genau dadurch, dass sie all diese Phasen durchlaufen.
Der 10-fache Gewinn entsteht nicht durch einen genialen Einstieg – er entsteht dadurch, dass man die vielen Verkaufsversuchungen, Korrekturen, Zweifel und Panikphasen übersteht.

Bei 10x-Aktien ist also nicht das Finden das Schwierigste, sondern das Halten

3. Die meisten traden viel zu häufig

Barber & Odean haben gezeigt: Je öfter Privatanleger handeln, desto schlechter wird ihre Performance.

Der Grund ist simpel: Häufiges Umschichten unterbricht den Zinseszinseffekt.
Selbst wenn man eine starke Aktie gefunden hat, springt man oft auf den nächsten „heißeren“ Trend um, dann wieder auf den übernächsten – und sitzt am Ende nie lange genug in dem einen wirklich großen Gewinner.

10x-Aktien werden nicht über Nacht 10x.
Sie durchlaufen meistens lange Phasen von Zweifeln, Bewertungskritik, Seitwärtsbewegungen, schlechten Nachrichten und Marktrückschlägen.
Genau diese Zeit braucht der Zinseszins aber, um zu wirken.

Die meisten Anleger halten diese Zeit nicht aus und wechseln ständig zum „nächsten großen Ding“.
Das eigentliche Problem ist also nicht der Mangel an Chancen, sondern dass man eine gute Chance nicht lange genug nutzt.

4. Die meisten kaufen erst, wenn die Nachrichten schon laufen

Die Studie „All That Glitters“ zeigt:
Privatanleger werden stark von auffälligen Merkmalen angezogen – hohe Umsätze, starke Kursbewegungen, Medienhype.

Echte 10x-Aktien sind am Anfang meist langweilig.
Kaum jemand spricht darüber, die Ergebnisse sind noch nicht perfekt, Analysten interessieren sich kaum, die Story ist noch nicht rund.

Wer dagegen auf das setzt, worüber gerade alle reden, kauft oft schon eine hohe Erwartungshaltung zum teuren Preis.

Viele glauben, sie hätten eine „gute Branche“ gekauft – in Wirklichkeit haben sie oft nur den teuren Preis einer guten Branche bezahlt.

5. Die meisten verwechseln 10x-Aktien mit Lotterie-Aktien

Kumar hat gezeigt, dass Privatanleger stark zu „Lotterie-Aktien“ neigen: niedriger Kurs, hohe Volatilität, große Fantasie.

Das ist der gefährlichste Punkt beim Multi-Bagger-Investing.

Oberflächlich sehen beide gleich aus: große TAM, „kann riesig werden“, Zukunftstrend etc.

Aber der innere Unterschied ist gewaltig.

Echte 10x-Aktien werden mit der Zeit stärker und realer:
Umsätze steigen, Kunden kommen, Technologievorsprung bestätigt sich, Marktposition festigt sich, Cashflow verbessert sich, Management beweist kluge Kapitalallokation.

Lotterie-Aktien bleiben meist nur Story:
Realität schwach, Partnerschaften vage, Kapitalerhöhungen häufig, Management wenig shareholder-freundlich, nur TAM ist riesig.

Deshalb geht es beim 10x-Investing nicht darum, „Aktien mit hohem Upside-Potenzial“ zu kaufen.
Es geht darum, Unternehmen zu finden, die **sowohl asymmetrisches Aufwärtspotenzial als auch eine sich im Zeitverlauf verfestigende Realität** besitzen.

Fazit

Die meisten Anleger „verpassen“ 10x-Aktien nicht, weil sie sie nie finden.
Sie verpassen sie, weil sie:

- mittendrin verkaufen
- Gewinner zu früh und Verlierer zu lange halten
- erst kaufen, wenn es schon teuer und laut ist
- zu häufig umschichten und den Zinseszins unterbrechen
- Lotterie-Aktien mit echten Multi-Baggern verwechseln
- Positionen oft zu groß fahren und normale Korrekturen nicht aushalten

10x-Investing ist deshalb kein reines „Aktien-finden-Spiel“.
Das Finden ist nur der Anfang.
Das wirklich Schwierige ist das geprüfte, disziplinierte Halten.

Gleichzeitig gilt: Einfach alles lange halten ist auch keine Lösung – denn die meisten Einzelaktien sind eben keine langfristigen Gewinner.

Die richtige Formel lautet daher:
10x-Aktien entstehen nicht durch blinden Glauben, sondern dadurch, dass man ein Unternehmen findet, das es verdient, lange gehalten zu werden – und diese Berechtigung dann kontinuierlich überprüft und aufrechterhält.

Man muss lernen, Preis-Schwankungen von echten Veränderungen der fundamentalen Logik zu unterscheiden.

Das ist der eigentliche Grund, warum die meisten 10x-Aktien am Ende doch nicht „essen“.

Aus dem koreanischem übersetzt
Alles richtig, auch dass viele theoretisch gute Investments finden können, stimmt. Halten tun es trotzdem die aller-allerwenigsten aus, obwohl sie es viel leichter als Profis könnten. Die können technologische Zyklen oft gar nicht aussitzen, selbst wenn er weiß, dass er recht hat.
Als Privatanleger musst du dich nämlich nicht alle drei Monate rechtfertigen, warum deine Aktien in dem Quartal Käse waren, während andere eine viel bessere Performance hatte. Und wenn Private es doch aushalten, dann nur mit drei Mark fünfzig Initialinvest. "Lebensverändernd" werden gute Picks halt erst in den letzten 20 % des Haltens. Kann man das mental nicht, wird man an der Börse niemals den großen Wurf landen und ist devinitiv in einem ETF besser aufgehoben
„Früh zu Bett und früh aufstehen macht den Menschen gesund, reich und klug.“ — Benjamin Franklin


Diese Marken unterstützen das Forum
Antworten