Seit paar Tagen jetzt 29 Jahre alt, irgendwie beängstigend wie schnell die Zeit vergeht, erinnere mich noch daran wie ich kurz nach meinem 20. Geburstag die 300kg gehoben habe und jetzt gehe ich einfach auf die 30 zu
Bis zum 30. muss jetzt aber jetzt trainingstechnisch einiges passieren!!!
Mal wieder etwas Searchingsche Gedankenwelt und ein längerer Beitrag
Da ich auch nicht mehr jünger werde und mich die letzten Jahre irgendwie im Kreis drehe, aber noch einige Ziele habe, bevor meine „prime“ vorbei ist, habe ich die letzten Wochen nochmal etwas reflektiert, was ich generell besser machen kann und was eigentlich aktuell so meine „Bottlenecks“ im Training sind bzw. was die letzten Jahre „falsch“ gelaufen ist. Lässt sich eigentlich ganz einfach auf zwei Hauptaspekte reduzieren:
1. Verletzungen:
Ist mit großem Abstand das größte Bottleneck. Alleine zu dem Thema könnte ich wahrscheinlich einen halben Roman verfassen. Ich habe leider sehr, sehr viel Verschleiß und Probleme noch aus der Zeit von 16–20. War damals halt einfach krass übermotiviert, habe in den Sommerferien 2x am Tag gebencht, Beuge nach dem Bulgarian Training System, jeden Tag ans Max beugen, und überall mit unfassbar hoher Intensität trainiert. Es war eine sehr geile Zeit, aber fast alle Probleme, die ich aktuell habe, sind noch aus dieser Zeit.
Und die letzten Jahre läuft es eigentlich jedes Mal gleich ab, ich baue richtig gutes Momentum auf, erziele Satz-PRs und dann verletze ich mich wieder. Brauche dann knapp ein halbes Jahr, bis ich wieder Momentum habe, und verletze mich wieder. Verwende mehr Zeit darauf, Verletzungen zu „heilen“, als mit meinem normalen Training, und beim normalen Training muss ich zusätzlich unfassbar vorsichtig sein.
Zum Beispiel letztes Jahr vor dem Wettkampf:
Meine letzte „schwere“ Kreuzhebeeinheit war 5x290 kg am 15. September, dann habe ich mich bei Hypers am Beinbeuger/Gluteus verletzt und konnte nicht mehr konventionell vom Boden heben. Bin dann trotzdem am 29.11., also knapp 9–10 Wochen später, auf dem Wettkampf gestartet und habe die 340 kg bis kurz vorm Lockout gezogen.
Der Beinbeuger/Gluteus fühlt sich erst jetzt seit ein paar Wochen, also über ein halbes Jahr später, wieder einigermaßen normal an, bin aber trotzdem noch sehr vorsichtig.
Oder vorletztes Jahr:
Richtig, richtig guter Lauf beim Deficit-Kreuzheben, wenn ich mir den Barspeed anschaue, war ich damals schon auf PR-Niveau, und dann zieht es mir in den unteren Rücken rein.
Lösungsansatz:
Habe trainingstechnisch bereits einiges umgestellt und bin da definitiv auf einem richtigen Weg. Habe auch gelernt, mich trotz Momentum und Motivation zusammenzureißen, das war leider einer meiner größten Fehler, ich war übermotiviert, habe zu häufig trainiert und mich dadurch direkt wieder verletzt. Aktuell mache ich lieber 1–2 Restdays zu viel anstatt zu wenig.
Filme ja nur einen kleinen Teil meines Trainings, aber bei den meisten Übungen hat sich die Technik mittlerweile auch massiv verbessert.
Viele kleinere Rehab- und Prehab-Übungen, die ich in mein Training integriert habe.
Vorsichtiger bei der Übungsauswahl, wenn eine Übung auch nur leicht wehtut, ersetze ich sie lieber. Hebe deswegen aktuell lieber erstmal nur Sumo, dort habe und hatte ich noch nie Probleme, selbst wenn der Körper angeschlagen war. Zusätzlich war durch meine "falsche" Sumotechnik der Übertrag auf konv immer fast 1:1.
Aber die oberen Punkte habe ich bereits seit einiger Zeit integriert, ich merke jedoch noch, wie manche Verletzungen getriggert werden, teilweise schon bei absurd leichten Gewichten, und was mir ehrlicherweise erst in den letzten Wochen so richtig aufgefallen ist, wie asymmetrisch ich ziehe, rudere, drücke etc., würde auch erklären, warum ich die Schmerzen immer nur auf der rechten Seite habe.
Habe dadurch eingesehen, egal wie viele Videos ich mir von Physios reinziehe und wie viele Rehab- und Prehab-Übungen ich mache, ich werde es alleine nicht wegbekommen. Habe deswegen jetzt einen Termin bei einem Physio vom Evoland gebucht. Die arbeiten ja auch mit einigen namhaften Athleten bzw. Bodybuildern zusammen, denke, die könnten für mich eine große Hilfe sein.
Ist leider auf Selbstzahlerbasis, aber ist trainingstechnisch denke ich die beste Investition, die ich machen kann, falls sie natürlich gut sind. Ich kann noch so motiviert und diszipliniert sein, wenn ich mich ständig verletze, komme ich nicht weiter.
Bin zum Beispiel fest überzeugt, wenn ich einfach mal ein halbes Jahr trainieren kann ohne Verletzung, würde das einen riesigen Unterschied machen. Bin aktuell der Meinung, dass ein guter Physio für mich der gamechanger sein könnte.
2. Essen
Ich esse einfach zu wenig. Phasen, in denen ich genügend esse und nicht verletzt bin, laufen trainingstechnisch echt sehr, sehr gut und ich baue eigentlich auch noch gut Muskeln auf. Leider habe ich einen sehr geringen Appetit und viele Verdauungsprobleme. Habe oft ein paar Wochen, in denen ich mich vernünftig ernähre, und dann wieder Wochen, wo ich vielleicht 2000–2500 kcal esse, wiege jetzt auch seit fast 9 Jahren gleich viel.
Lösungsansatz:
Kann mir nicht vorstellen, dass es bei knapp 110 kg und hoher sportlicher Belastung gesund ist, keinen bzw. kaum Appetit zu haben. Muss mich da mal vernünftig und langfristig um das Thema Verdauung kümmern und bewusster darauf achten, was genau ich vertrage und was nicht, eventuell auch mal Magen oder Darmspiegelung.
Habe auch Phasen mit mehr Appetit, wo ich echt sehr gut reinfuttern kann, weiß aber noch nicht genau, was der Trigger ist. Denke aber, ich muss auf jeden Fall meine Ballaststoff- und Gemüsezufuhr erhöhen, bin da leider etwas faul und denke, das ist ein erster guter Ansatz.
tldr: Nächste Woche erste Physiosession, hoffe es wird mir weiterhelfen und kann Ende des Jahres wieder abliefern
PS: Kann die aktuelle Forenkultur nicht so ganz einschätzen, sind solche Beiträge interessant, juckt das jemanden?
Searching hat geschrieben: zum Beitrag navigieren22. Mai 2026, 11:46
PS: Kann die aktuelle Forenkultur nicht so ganz einschätzen, sind solche Beiträge interessant, juckt das jemanden?
Searching hat geschrieben: zum Beitrag navigieren22. Mai 2026, 11:46
PS: Kann die aktuelle Forenkultur nicht so ganz einschätzen, sind solche Beiträge interessant, juckt das jemanden?
Ja, habe mir viel notiert.
„Du musst dir aber zuerst die Frage stellen: Will Ich Sub20 laufen? Dazu gehört mehr als 3x die Woche für die Gesundheit durch die Gegend joggen. Da muss man wollen!“ (Rolli)
Denke darüber hinaus, dass Du einfach ein ziemlich hohes Niveau erreicht hast. Es ist da sehr viel einfacher, Fehler zu machen bzw. schwerer, v.a. Intensität richtig zu planen. Das mit dem Essen klingt in jedem Fall plausibel.
Super Beitrag und ich denke, dass das jetzt der richtige Ansatz ist. Du bist unfassbar talentiert und mit den Erfahrungen aus den letzten Jahren kannst du sicherlich noch stärker werden und deine Ziele erreichen.
Piotr hat geschrieben: zum Beitrag navigieren22. Mai 2026, 12:08
Hast du bisher eigentlich irgendwelche Diagnosen für die Ellenbogen?
Leider noch nicht, wäre für mich beim Physio auch erstmal recht weit unten auf der Prioritätenliste, aber eventuell macht er erstmal ein generelles "Gutachten" von meinem Körper, denke viele Probleme die ich habe, hängen miteinander zusammen. Habe mir aber jetzt vorgenommen zumindest die ersten vier Male wöchentlich hinzugehen und danach eventuell alle zwei Wochen, eine Einheit geht 60 Minuten.
Mittwoch ist die erste Einheit, bin ehrlicherweise ziemlich hyped
Besprich das mit dem Physio. Kann auch kontraproduktiv sein. Grade wieder bei meinen Hüftproblemen gelernt, nicht dehnen sondern kräftigen! Dehnen wirkt nur ganz kurz.